Neugründer bauen auf Rückendeckung der Familie
Ich-AG statt arbeitslos

Seit Beginn der Ich-AG-Förderung im Januar 2003 haben in NRW mehr als 48 000 Gründer den Existenzgründungszuschuss der Agentur für Arbeit erhalten. Aus einer Befragung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM), an der sich 1 200 Personen beteiligt haben, sahen fast zwei Drittel (73,8 Prozent) in der Gründung einer Ich-AG einen Ausweg aus der Arbeitslosigkeit.

rv DÜSSELDORF. Der Markt der Langzeitarbeitslosen wurde dadurch aber nicht entlastet, da das Gros der Existenzgründer (66,5 Prozent) maximal seit zwölf Monaten arbeitslos war. Am häufigsten siedelten sich Neuunternehmer in der Dienstleistungsbranche an, fand das IfM heraus.

Sehr wichtig ist für Neugründer offenbar die finanzielle Rückendeckung der Familie. 80,9 Prozent werden durch die Familie unterstützt. Etwa die Hälfte lebt in Mehrpersonenhaushalten und kann auf weitere Haushaltseinkommen zurückgreifen. Im Großen und Ganzen gehen Existenzgründer mit ihrem Geld aber sehr vorsichtig um. Zwei Drittel kamen mit einem Startkapital von maximal 5 000 Euro aus und mussten sich nicht verschulden.

In den Fällen, in denen Fördergelder in Anspruch genommen werden, macht die Bundesregierung seit Ende November 2004 den Zuschuss davon abhängig, ob das Geschäftsmodell tragfähig ist. Dabei kommt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, die seit 2005 monatlich 40 Anfragen (2004: 25) registriert, zu dem Ergebnis, dass jedes vierte Konzept nachgebessert werden muss. In diesem Zusammenhang bedauert die Kammer, dass immer mehr Gründer ihre Konzepte eher auf mögliche Subventionen, denn auf das unternehmerische Erfolgspotenzial ausrichten.

Die Kammer bemängelt aber auch, dass die komplexe Förderlandschaft dazu führt, dass Existenzgründer für die Suche nach Förderprogrammen mehr Zeit aufwenden müssen als für die Optimierung ihrer Geschäftskonzepte.

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