Neugründungen trotz Abwanderung
Dubais Kliniken fehlen die Patienten

Das Geschäft mit der Krankheit boomt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) – zumindest scheint das so: Krankenhäuser expandieren, kleinere Fachkliniken schießen inflationär aus dem Boden. Doch immer mehr Golfaraber lassen sich im Ausland behandeln und der Medizintourismus in der Region kommt nicht richtig in Schwung. Das bleibt nicht ohne Folgen.

bfai DUBAI. Über Überkapazitäten sorgen sich insbesondere Einrichtungen, die massiv in teure Apparate investiert haben. So sollen in den VAE etwa 25 Computertomographen neuster Generation (64-Zeiler) für 4 Mill. bis 4,5 Mill. Einwohner zur Verfügung stehen. In Deutschland kommen auf 4 bis 4,5 Mill. Einwohner nur etwa vier solche Geräte.

Viele ausländische Ärzte und Investoren kommen nach Dubai und Abu Dhabi und beachten nicht, dass asiatische Gastarbeiter mit niedrigem Einkommen die Masse der Bevölkerung in den VAE ausmachen. Teure Behandlungen in den privaten Krankenhäusern der VAE kann sich diese Gruppe nicht leisten. Westliche Ausländer hingegen sind vorsichtig: Sie lassen sich oft lieber in ihren Heimatländern behandeln.

Auch Araber aus den Staaten des Golf-Kooperationsrats (GCC) setzen bei der medizinischen Diagnostik oder Operationen oft auf Ärzte in Europa, in den USA oder in Ostasien. Es ist den VAE noch nicht gelungen, ihr starkes Markenimage auf Gesundheitsdienstleistungen zu übertragen. Auch Kosten spielen durchaus ein Rolle. In Indien, wo sich auch Golfaraber zunehmend behandeln lassen, sollen Operationen am offenen Herz für 6.000 US$ zu haben sein. Wegen der großen Zahl der Eingriffe haben die Chirurgen dort viel Erfahrung, was sich nach Aussage von Fachleuten auch positiv auf die Qualität auswirkt.

Die Dubai Healthcare City (DHCC) ist als Großprojekt darauf angelegt, die VAE und Dubai auch als Standort für Gesundheitsdienstleistungen zu etablieren. Die erste Phase des Projekts ist nach Angaben von Ahamd Sharaf, Vizepräsident des Projektbetreibers Tatweer, ausverkauft. Bis 2010 sollen alle Einrichtungen in Betrieb sein. Nach Angaben der Geschäftsführerin der DHCC, Dr. Muhadditha Al-Hashimi, kommen inzwischen 1 000 Patienten täglich in die Stadt. Seit Eröffnung sind knapp 20 000 Menschen in der DHCC behandelt worden. Die DHCC kann inzwischen auf 17 Kliniken verweisen, darunter das German Heart Centre Bremen und das German Medical Centre. Die zweite Phase für einen weiteren Ausbau der DHCC in der Fläche ist angelaufen.

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