Neumayer Tekfor
Geldgeber retten Zulieferer

Mit einer Eigenkapitalspritze sowie einem massiven Forderungsverzicht haben Banken und Eigentümer den Offenburger Autozulieferer Neumayer Tekfor gerettet. Der Finanzinvestor Barclays Private Equity und die Gläubiger bringen gemeinsam 42 Mio. Euro frisches Eigenkapital in den Getriebe- und Motorteilehersteller ein.

FRANKFURT. Zugleich werden die Verbindlichkeiten auf unter 200 Mio. Euro halbiert. Im Gegenzug muss Barclays die Mehrheit an der Firma mit 3 000 Mitarbeitern abgeben, behält aber die strategische Kontrolle. Finanzinvestor sowie Gläubiger halten künftig jeweils 45 Prozent des Grundkapitals.

Branchenkreisen zufolge leidet Neumayer Tekfor massiv unter der Krise in der Autobranche. Der Umsatz soll um mehr als 30 Prozent eingebrochen sein. Mit der Restrukturierung sei das Überleben nach den jetzigen Planungen gesichert, erklärte Firmenchef Ulrich Mehlmann. Zugleich warnte er vor Euphorie und deutete Einschnitte an.

Barclays hatte das Unternehmen vor knapp vier Jahren erworben. Verkäufer war damals die 1996 eingestiegene Beteiligungsgesellschaft Equita der Familie Harald Quandt sowie die Gründerfamilie. Die hielt damals noch einen Minderheitsanteil. Barclays hat bereits in der Vergangenheit frisches Eigenkapital ins Unternehmen gesteckt. Unter den Gläubigerbanken, die von der Investmentbank Close Brothers beraten wurden, befanden sich neben der Fifth Third Bank auch ING und die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Neumayer Tekfor hatte den Restrukturierungsexperten Houlihan Lokey als Berater engagiert.

Hans G. Nagl
Hans G. Nagl
Handelsblatt / Senior Financial Correspondent
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%