Mittelstand
Nicht zufrieden mit der Zinsmarge

Im renditeschwachen Bankenmarkt steht die Profitabilitätssteigerung im Kreditgeschäft derzeit weit oben auf der Agenda vieler deutscher Kreditinstitute.

Das E-Finance-Lab hat im Sommer 2004 mit Hilfe des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre und des Instituts für Wirtschaftsinformatik der Universität Frankfurt eine Studie mit den 500 größten deutschen Banken und Sparkassen zu operationellen Verbesserungspotenzialen im Kreditgeschäft mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) erstellt.

Insgesamt zeigt sich, dass über die Hälfte der Kreditinstitute mit den eigenen Kreditprozessen und der Zinsmarge nicht zufrieden ist. Die deutschen Banken erwirtschaften mit 58 % der KMU-Kunden einen Gewinn nach Risiko- und Eigenkapitalkosten und erzielen im Durchschnitt Zinsmargen zwischen 1,0 % und 1,5 %. Ein Drittel kennt den Anteil der gewinnbringenden Kundenbeziehungen nicht. Entsprechend hohe Potenziale liegen in der Prozessoptimierung und -integration des KMU-Kreditprozesses.

Im Rahmen der erwarteten Segmentierung der Bankenlandschaft möchten sich neun von zehn Banken auf den Vertrieb spezialisieren. Allerdings ist die Bereitschaft, selber Leistungen zu beziehen, gering. Nur gut 40 Prozent können sich mittelfristig eine Zusammenarbeit mit einer „Kreditfabrik“ vorstellen. Insgesamt besteht hohe Einigkeit, dass ein Outsourcing von (Teilen von) Geschäftsprozessen (BPO) im Kreditbereich zu einer Kostenreduktion (81 Proznet) und -variabilisierung (80 Prozent) führen kann.

Als Bedingung für ein Outsourcing werden Mindesteinsparungen der operationalen Kosten von durchschnittlich 31 Prozent genannt. Die Hauptrisiken des Outsourcing werden vor allem in möglicher wirtschaftlicher Abhängigkeit und einem Kontrollverlust (jeweils 60 Prozent) sowie in Schwierigkeiten, hinreichend aussagekräftige Service Level Agreements (SLA) zu entwerfen (36 Prozent, gesehen).

Outsourcing wird durchgängig als wichtiger Trend gesehen, aktuell indes zurückhaltend betrieben. Insgesamt haben derzeit nur 14 Prozent der antwortenden Banken Teile ihres Kreditprozesses outgesourct. Als kommerzielle Insourcer treten 6 Prozent der befragten Banken auf. Eine Betrachtung nach Banktyp zeigt, dass schon 46 Prozent der Privatbanken BPO-Optionen bewertet haben, gegenüber 31 Prozent der Genossenschaftsbanken und nur 22 Prozent der Landesbanken/Sparkassen.

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