Nur wenige Großunternehmen
Deutsche Energietechnik ist Exportschlager

Energietechnologie aus deutscher Fertigung bleibt nach Einschätzung der Branche im Ausland ein Verkaufsschlager. Vor allem dank der enormen Nachfrage ausländischer Kunden wird die Energietechnik-Branche 2007 wie schon im Vorjahr ein zweistelliges Umsatzwachstum hinlegen.

HB HANNOVER. Dies prognostizierte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZVEI) am Dienstag auf der Hannover Messe.

Im vergangenen Jahr hätten die Hersteller von Energieanlagen, Schaltern und Messgeräten ihre Erlöse bereits um 11,5 Prozent auf 11,2 Mrd. Euro gesteigert, sagte der Vorsitzende der Verbandsfachgruppe Energietechnik, Joachim Schneider. Die Unternehmen kommen in Deutschland auf bislang rund 60 000 Beschäftigte. Zu den großen Anbietern hier zu Lande zählen Konzerne wie Siemens und ABB, ansonsten ist die Branche eher mittelständisch geprägt.

„Wesentliche Wachstumsschübe kommen aus dem Ausland“, sagte Schneider, der dem Vorstand der Deutschland-Tochter des in Zürich ansässigen Technologiekonzerns ABB angehört. Wichtige Märkte seien Nordamerika, der Nahe Osten und vor allem Asien. Treibende Kraft sei der dortige Energiehunger, der den Kraftwerksbau forciert. „China baut in einem Jahr etwa eine Energieleistung zu, wie wir sie in Deutschland insgesamt haben.“

Auch in Deutschland verspricht sich die Branche durch die anstehende Modernisierung der Kraftwerke und Netze zahlreiche neue Aufträge. Die Unsicherheit über die Frage der künftigen Eigentümerschaft der Stromnetze bremse aber die Investitionen der Energiekonzerne, monierte Schneider. Die Energieversorger hätten keine Planungssicherheit, da sie angesichts des Drucks aus Brüssel nicht wüssten, ob ihnen in ein paar Jahren die Netze überhaupt noch gehörten. Die EU-Kommission spricht sich dafür aus, den wenigen großen Marktführern wie E.ON oder RWE die Netze zu entreißen, um die Strompreise nicht weiter in die Höhe schnellen zu lassen.

Die Wettbewerbshüter stoßen bislang mit dem Vorschlag aber auf Widerstand vor allem bei Politikern in Frankreich und Deutschland. Das weitere Verfahren ist daher offen. „Wenn wir noch Jahre diskutieren, wird der erforderlich Netzausbau nicht stattfinden“, sagte Schneider. Dieser sei aber auch notwendig, um den Strom aus dem geplanten Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind, Wasser und Sonne zu den Kunden zu transportieren.

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