Oberflächentechnik
Alu und Plastik mit Edelmetall-Überzug

Viele klassische Beschichtungsmetalle wie Zink, Chrom, Kupfer, Nickel, Zinn und Silber sind nicht mehr nur als praktische Schutz-Lagen in der Industrie gefragt, sondern auch als Dekoration. Was nach Metall aussieht, muss sich aber nicht nur so anfühlen. Es darf außerdem nicht rosten, verschmutzen oder verkratzen, und soll zudem leicht zu reinigen sein.

BERLIN. Ein hochwertiges Kameragehäuse muss sich einfach nach Metall anfühlen. Ebenso die silberfarbenen Knöpfe im Cockpit eines teuren Autos. „Der kühle Berührungseffekt eines Metalls kommt durch seine gute Wärmeleitfähigkeit“, erklärt Sabine Sengl. Sie ist Verkaufsleiterin bei der Holzapfel Group im hessischen Sinn und weiß: Was nach Metall aussieht, muss sich nicht nur so anfühlen.

Es darf außerdem nicht rosten, verschmutzen oder verkratzen, und soll zudem leicht zu reinigen sein. „Die passende Farbe gehört auch dazu.“ All das erreicht Oberflächentechniker Holzapfel mit speziell beschichtetem, „eloxiertem“ Aluminium, oder – ganz neu – mit Hybridmaterial aus Kunststoff und Metall. Die Oberflächen sehen danach nicht nur nach Metall aus, sie fühlen sich auch so an. Außerdem ist das Endprodukt hart, verschleißbeständig und einfärbbar.

Martin Metzner, Leiter der Abteilung Schichttechnik am Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart, kann diesen Trend bestätigen. „Die funktionalen Zwecke bestehen nach wie vor“, sagt Metzner. „Allerdings werden die Eigenschaften immer komplizierter.“

Bei der Hartverchromung etwa werden Bauteile gegen Rost und Verschleiß geschützt – gleichzeitig sehen sie danach besser aus, nämlich glatter und glänzender. Das wichtigste Verfahren für die Veredlung mit Metallen ist das Galvanisieren, bei dem sich der Stoff zum Beschichten durch den elektrischen Spannungsunterschied auf dem Werkstück absetzt. Zink etwa ist ein klassisches Metall für den Korrosionsschutz, mit einer Nachbehandlung kann es aber auch hochglänzend scheinen. Nickel ist äußerst hart und verleiht ebenfalls sehr hohe Korrosionsbeständigkeit – kann aber auch glänzen. In Verbindung mit Kupfer, Gold und Zinn kommt es unter anderem in elektrotechnischen Geräten zum Einsatz.

„Der Frontgrill vieler Autos, die Türgriffe, Zierleisten und viele andere Komponenten am Auto bestehen heute aus Kunststoff, fühlen sich aber wie Metall an“, sagt Jochen Liebert, der bei der Atotech Deutschland GmbH in Feucht für die Bereiche dekorative Oberflächen und Kunststoffbeschichtung verantwortlich ist. Autobauer galvanisieren Kunststoff sowohl für das Fahrzeugäußere als auch im Innern. Der Trend geht Liebert zufolge zu metallischen Flächen in dunkleren Farbtönen.

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