Öko-Investitionen: Erneuerbare Energien in Norwegen weiter im Aufwind

Öko-Investitionen
Erneuerbare Energien in Norwegen weiter im Aufwind

  • 0

Die Regierung hat das Ziel gesetzt, dass Norwegen bis 2016 die Nutzung von erneuerbaren Energien um 30 TWh/Jahr steigern soll. Mit dem neuen Zertifikatesystem spielt Windkraft bei diesem Ausbauszenario eine große Rolle. Der nordische Küstenstaat zählt klimatisch und topografisch zu den interessantesten Standorten für Windenergie, die allerdings bislang noch kaum erschlossen wurde. Im Jahr 2009 ging eine Gesamtleistung von etwa 1 TWh aus Windkraftanlagen ins Stromnetz. Um die erklärten Produktionsziele zu erreichen, ist ein regelrechter Windkraftbauboom zu erwarten. Das Potenzial für per Windkraft erzeugten Strom liegt in Norwegen nach Branchenschätzung bei 66 TWh/Jahr. Gerade im Bereich der Entwicklung von Offshore-Windanlagen wird Norwegen aufgrund seiner Kompetenz im Zusammenhang mit der Öl- und Gasförderung vor der norwegischen Küste viel zugetraut.

Die Wellen- beziehungsweise Meereskraft hat noch größere Potenziale für die Stromerzeugung als Windkraft; die Technologien zur Stromerzeugung sind in diesem Bereich aber wesentlich weniger ausreift und erforscht. Dennoch gilt Norwegen als Wellenkraftpionier und bietet durch seine Küste zum offenen Meer beste Voraussetzungen, die Kraft des Meeres zu erschließen. Das theoretische Potenzial liegt nach offiziellen Schätzungen bei einer Stromgewinnung von 400 TWh/Jahr. Zurzeit befassen sich hauptsächlich Wissenschaftler mit Modellen und kleineren Versuchsanlagen. Als weltweit erster Prototyp eines Osmosekraftwerks wurde im Herbst 2009 im norwegischen Tofte am Oslofjord ein Kleinstkraftwerk in Betrieb genommen.

Landeskenner haben wiederholt darauf hingewiesen, dass in Norwegen im Grunde wenig Leidensdruck für den Ausbau erneuerbarer Energieträger besteht. Grund: Der im Land per Wasserkraft, die den erneuerbaren Energiequellen zugerechnet wird, erzeugte Strom übersteigt bereits heute den Strombedarf des Königreiches. Die mit den tatsächlichen Niederschlagsmengen schwankende durchschnittliche Jahresproduktion liegt bei 120 TWh. Damit ist Norwegen sechstgrößter Wasserkraftproduzent der Welt. Das geschätzte Potenzial liegt sogar bei 205 TWh. Allerdings stößt - unter anderem aus Umweltschutzgründen - die Wasserkraftnutzung an ihre Kapazitätsgrenzen. Zurzeit stehen vor allem effizienzsteigernde und Modernisierungsmaßnamen an bestehenden Anlagen auf dem Plan. Auch für die Solarkraft bestehen eine Reihe zentraler Ausbauziele. Das nördlich gelegene Norwegen könnte theoretisch einen ähnlichen Stromertrag aus Solarzellen gewinnen wie die USA. Allerdings wird Photovoltaik aufgrund der Leitungsnetzvoraussetzungen und fehlender Speichermöglichkeiten in Norwegen noch wenig genutzt. Lediglich in den reichlich vorhandenen Sommerhäusern wurde in den letzten Jahren relativ stark in Solarmodule und -kollektoren investiert. Norwegen ist ein weltweit bedeutender Produzent des für Photovoltaikanlagen wichtigen Elements Silizium sowie für Photovoltaikmodule. Die norwegischen Firmen Elkem und REC zählen in diesem Bereich zu Global Playern.

Kommentare zu " Öko-Investitionen: Erneuerbare Energien in Norwegen weiter im Aufwind"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%