Öko-Messen
Gesundes Wachstum bleibt garantiert

„Öko“ wird schon lange nicht mehr in abfälligen Bemerkungen verwendet, sondern gilt heute als Qualitätsprädikat. Gerade in der Lebensmittelbranche boomen Bio- und Öko-Produkte in bislang unbekannten Ausmaßen. Messen mit diesen Schwerpunkten profitieren natürlich von der Nachfrage – besonders die Nürnberger „Biofach“

KÖLN. Jedes Jahr im Herbst und im Winter hat Rainer Wientzek noch mehr zu tun als sonst. Denn dann ist der Vertriebsleiter der Berliner Ökofrost GmbH mit seinem Unternehmen auf den Messen Biofach und der Bionord, um seine Tiefkühlprodukte auszustellen. "Man gewinnt dort einen intensiven Einblick in den sich rasant entwickelnden Bio-Markt und eine Vorstellung von neuen Trends und Möglichkeiten“, sagt Wientzek. Der Unternehmer denkt deshalb darüber nach, künftig auf noch mehr Fachmessen auszustellen.

Bio-Messen gewinnen von Jahr zu Jahr mehr Aussteller und Besucher hinzu. "Bio ist ein langfristiger Megatrend“, sagt der Unternehmensberater Conrad Thimm, der Produzenten und Händler von Biolebensmitteln berät. "Egal, ob in Europa, Indien, Japan oder den USA: Bio ist ein weltweites Thema.“ Die Allgemeine Nahrungs- und Genussmittel-Ausstellung Anuga in Köln räumte der Branche in diesem Jahr erstmals einen größeren Platz ein.

Die größte internationale Fachmesse für die Zunft ist seit vielen Jahren die Biofach, die auf mehreren Kontinenten stattfindet und deren Heimat Nürnberg ist. Ihr Schwerpunkt liegt auf Lebensmitteln, aber auch ökologischen Landbau und Haushaltswaren machen die Aussteller zum Thema. Die Naturkosmetik hat seit diesem Jahr ihre eigene, parallel stattfindende Messe, die Vivaness. Claus Rättich, Mitglied der Geschäftsführung der Nürnberg-Messe GmbH, zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden. "Die Biofach entwickelt sich wie der internationale Bio-Markt prächtig“, sagt er. Die Ausstellungsfläche hat sich seit dem Start 1999 fast verdreifacht, die Ausstellerzahl verdoppelt. Fast 46 000 Besucher, 22 Prozent mehr als im Vorjahr, kamen in diesem Jahr zur Messe. Von Konkurrenz zeigt sich die Biofach weitgehend unbeeindruckt. "Ich sehe nicht, dass jemand der Biofach Konkurrenz machen könnte“, bestätigt Unternehmensberater Thimm.

Die Bionord immerhin, eine norddeutsche Fachmesse für den Naturkost-Einzelhandel, konnte sich 2004 erfolgreich etablieren. Andere Bio-Messen hatten weniger Erfolg. Die Pro Sanita in Stuttgart beispielsweise, im Gegensatz zur BioFach eine Publikumsmesse mit den Schwerpunkten Naturkost, Naturkosmetik, Naturheilmittel und gesundes Bauen und Wohnen. Sie findet inzwischen unter dem Namen Wellviva gemeinsam mit einer Garten-, einer Antiquitäten- und einer Slow-Food-Messe der Rubrik "Lifestyle“ statt.

Eine Vielzahl kleiner regionaler Fach- und Publikumsmessen hat es einfacher, von der großen Konkurrenz unbemerkt ihr Glück zu versuchen. Der Rottaler Biotreff etwa, der 2005 im niederbayerischen Pfarrkirchen startete und in diesem Jahr zum zweiten Mal stattfand. Neben Bio-Landbau liegt das Augenmerk dort auf ökologischem Wohnen und umweltfreundlicher Energie. Zu den etablierten Bio-Fachmessen zählt inzwischen auch die Grüne Woche in Berlin. Von manchen als Folkloremesse für die Landwirtschaft geschmäht, verzeichnete die Grüne Woche in diesem Jahr satte sechs Prozent mehr Besucher. Auch dank Bio.

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