„Onkel Mehmet“ löst „Tante Emma“ ab
Deutsche Kunden kaufen verstärkt in türkischen Läden

Immer mehr türkische Unternehmer verdienen ihr Geld vorwiegend im Geschäft mit deutschen Kunden.

HB ESSEN. In vielen Wohnvierteln hat der „Onkel Mehmet“-Laden für deutsche Kunden längst die Funktion des alten „Tante Emma“-Ladens übernommen. Nahezu jedes zweite türkische Unternehmen (42,8 Prozent) hat nach einer Untersuchung des Essener Zentrums für Türkeistudien (ZfT) mittlerweile mehr deutsche Kunden als türkische. „Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren völlig verändert“, berichtete ZfT-Sprecher Dirk Halm am Montag.

„Nur wenn türkische Unternehmer auch deutsche Kunden ansprechen können, sind sie am Markt erfolgreich und können expandieren“, so die Essener Forscher. Nur auf „ethnische Nischen“ ausgerichtete Geschäftsfelder wie türkische Bestattungsunternehmen oder türkische Hochzeitsräume seien die Ausnahmen. Nur knapp jedes fünfte türkische Unternehmen (18,7 Prozent) gab bei der Befragung an, sein Geld hauptsächlich mit türkischen Kunden zu verdienen. Rund jedes dritte Unternehmen (35 Prozent) berichtete von einer in etwa ausgeglichenen Kundenstruktur zwischen deutschen und türkischen Kunden.

Rund 56 800 türkische Selbstständige sind nach Angaben des Essener Zentrums derzeit in 100 Branchen in Deutschland vertreten. Mit 290 000 Beschäftigten leisten türkische Unternehmen damit einen wichtigen Beitrag zur Beschäftigungssicherung, so ZfT-Direktor Faruk Sen. In vielen Bereichen wie Marketing, Kundenberatung und Verwaltung würden in vielen türkischen Unternehmen zunehmend auch deutsche Mitarbeiter beschäftigt.

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