Online-Anbieter
Mister Spex expandiert mit Brillenversand

Das Berliner Start-up-Unternehmen Mister Spex will mit Markenbrillen aus dem Internet der deutschen Optikerbranche Konkurrenz machen. Bislang ist der Marktanteil des Online-Brillengeschäfts noch verschwindend gering. Und die klassischen Filialisten zeigen sich skeptisch.
  • 3

FRANKFURT. Brillen über das Internet zu verkaufen – mit diesem Geschäftsmodell hat das Start-up-Unternehmen Mister Spex im ersten vollen Geschäftsjahr nach seiner Gründung immerhin 4,5 Mio. Euro Umsatz gemacht. Im Vergleich zum Branchenriesen Fielmann, der mit mehr als einer Mrd. Euro Umsatz als größter Filialist im Markt agiert, ist der Online-Versandhandel Mister Spex natürlich ein Winzling. Aber gemessen am durchschnittlichen Jahresumsatz einer der rund 10 000 Optiker-Betriebsstätten in Deutschland, der zuletzt bei 385 000 Euro lag, hat Mister Spex schon eine gewisse Größe erlangt. Der 32-jährige Diplom-Kaufmann und Boston-Consulting-Berater Dirk Graber gründete den Online-Versandhandel Mister Spex in Berlin Ende 2007 mit drei Mitstreitern. Online ging das Projekt im April 2008.

Der Internetversand von Brillen hat derzeit in Deutschland keine große Bedeutung. Internetanbieter wie Mister Spex, Brille24.de, Netzoptiker kommen laut Graber auf schätzungsweise ein Prozent Anteil im insgesamt 3,9 Mrd. Euro schweren Markt. Mister Spex bietet vor allem Markenmodelle an, die nach Angaben Grabers bis zu 60 Prozent unter dem Preis im Laden liegen. Von A wie Adidas bis V wie Versace sind Korrektions-, Sonnen- und Sportbrillen von mehr als 50 Marken und Designern im Angebot – ebenso alle gängigen Kontaktlinsen. „Bisher haben die Optiker das Internet als Vertriebsweg verschlafen“, meint Graber. „Wir rechnen damit, dass der Marktanteil der Online-Brillenhändler sich innerhalb der nächsten fünf Jahre auf fünf bis zehn Prozent erhöhen kann. Dieses große Potenzial werden wir nutzen“, sagt Graber.

Filialisten wie Fielmann verzichten allerdings bewusst auf einen Online-Shop für ihre Brillen, wie sie sagen: „Per Internet kann man Brillen nicht anpassen“, heißt es bei Fielmann: Größtmöglicher Sehkomfort setze eine optimale Zentrierung der Gläser voraus. Und das gehe eben nur im Laden, meint auch der Zentralverband der Augenoptiker. Dass Kunden mit einem hohen Beratungsbedarf nicht unbedingt online ihre Brille kaufen würden, davon geht auch Graber aus. Aber dennoch sieht er bei 40 Mio. Brillenträgern in Deutschland noch genügend Potenzial für seine Geschäftsidee.

Mit Hilfe von Business-Angel und Private Equity finanziert, reichen die 2,5 Mio. Euro Wagniskapital noch ein wenig, um die Expansion von Mister Spex zu finanzieren. In diesem Jahr ist das Verdoppeln des Umsatzes angepeilt, das Sortiment soll erweitert werden – unter anderem um Markenbrillengläser und Gleitsichtbrillen. Graber: „Unser Ziel ist, den Trend zur Zweit- und Drittbrille zu stärken. Die Deutschen sehen eine Brille noch viel zu wenig als modisches Accessoire an.“

Kommentare zu " Online-Anbieter: Mister Spex expandiert mit Brillenversand"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn jemand noch Gutscheine fürs Brillen braucht - Bei Misterspex gibt es bis 1.12.2011 eine -15% Rabatt auf alle Brillen Aktion. Den Gutschein findet ihr hier http://www.guenstigebrillen.net/ und könnt ihn dann auf Misterspex einlösen. So kann man richtig sparen finde ich.

    Grüss,
    Ralf

  • Hallo Zusammen,

    wer sich zusätzlich für Mister Spex interessiert, möchten wir auf ein Interview mit Herrn Graber von Mister Spex im Blog von Für-Gründer.de hinweisen: zum Gespräch in der Rubrik "Gründer stellen sich vor" http://www.fuer-gruender.de/blog/2011/07/misterspex/

    Viel Spaß.

    René

  • Das Potenzial bei 40 Millionen brillenträgern ist wirklich groß und früher oder später brauch wohl jeder von uns eine brille. Da wir selbst ein Optikfachgeschäft haben, waren wir bislang immer selbst der Meinung, dass man brillen nicht über das internet verkaufen kann. Aber der gleichen Meinunung war man vor einigen Jahren auch noch bei dem Thema Schuhe via internet und wurden eines besseren belehrt. Nachdem Mister Spex und Netzoptiker nun den Weg geschaffen haben auch brillen über das internet zu verkaufen, sind wir ebenfalls zu dem Entschluss gekommen, uns mit dem Shop von MEGAbRiLLE im internet zu positionieren. Momentan ist so einiges im Wandel der Zeit und man kann auf jedenfall seinen Weg zum Erfolg finden, egal ob mit einem Online-Shop, einem Ladengeschäft oder als Dienstleister.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%