Online-Geschäft
E-Commerce boomt in China

Mit der zunehmenden Verbreitung des Internet gewinnt auch E-Commerce in China an Bedeutung. Mehr als 70% der chinesischen Internetnutzer haben bereits Erfahrungen mit Onlineshops. Bestimmte Produkte stehen ganz oben auf dem Einkaufszettel. Allerdings müssen Regularien und Gesetze beachtet werden.

bfai KÖLN. Die mehr als 100 Mill. chinesischen Internetnutzer, überwiegend junge besser ausgebildete Städter, lassen das enorme Potenzial erahnen. Während die zunehmende Akzeptanz von Online-Zahlungsmitteln Transaktionen erleichtert, besteht hinsichtlich Qualitätssicherung und Schutz persönlicher Daten noch erheblicher Nachholbedarf. Die Regierung ist derweil bemüht, den gesetzlichen Rahmen zu verbessern.

E-Commerce, d.h. Onlineshops, Handelsplattformen, Auktionshäuser, aber auch Reisebüros oder Reservierungssysteme sowie Informations- und Kontaktbörsen, entwickeln sich in der VR China überaus dynamisch. 2005 wurden rd. 553,1 Mrd. Renminbi Yuan (RMB; rd. 54,3 Mrd. Euro; 1 Euro = 10,19 RMB im Jahresdurchschnitt 2005) im Internet umgesetzt, ein Plus von 158% gegenüber dem Vorjahr. Dies soll sich nach Angaben des China Internet Development Research Center (CIDRC) bis 2010 fortsetzen. Die meisten Internetnutzer sind junge, besser ausgebildete Städter - eine Bevölkerungsschicht, die in den letzten Jahren überdurchschnittliche Einkommenszuwächse verzeichnen konnte. Das lässt auf satte Umsatzzuwächse im hoffen.

So nutzten Ende 2005 bereits 111 Mill. Chinesen das Internet für mindestens eine Stunde pro Woche, 18% mehr als im Vorjahr. Bis 2007 soll die Zahl nach Prognosen von iResearch auf fast 180 Mill. ansteigen. Nach Angaben des China Internet Network Information Center (CNNIC) hatte mehr als die Hälfte von ihnen mindestens einen College-Abschluss. Insgesamt haben in den Städten rd.17% der Bevölkerung Zugang zum Internet, in den Metropolen Shanghai und Beijing sogar fast jeder Dritte. Die Durchdringung im ländlichen Raum liegt dagegen noch unter 3%. Größere Zuwächse bei den Nutzerzahlen erwarten die Experten in den nächsten Jahren vor allem in den "Städten der zweiten und dritten Reihe", aufstrebenden Provinzzentren mit wachsender Wirtschafts- und Kaufkraft. Wichtig für die Anbieter ist auch der Trend zu Breitbandanschlüssen, über die 2005 bereits rd. 50% der Internetnutzer verfügten.

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Mehr als 70% der chinesischen Internetnutzer haben Erfahrungen mit E-Commerce, 2003 waren es nur knapp 40% und 2002 nicht einmal jeder dritte. Dagegen gab 2005 fast ein Viertel bei einer Umfrage des CNNIC an, sogar regelmäßig Geschäfte über das Internet zu tätigen. Insbesondere Seiten wie Taobao, Ebay und Alibaba, die eine Plattform zur Geschäftsabwicklung bieten, trugen zur rasanten Entwicklung bei. So ist Alibaba die führende Business-to-business-(B2B-)Plattform. Taobao und Ebay decken den Consumer-to-Consumer-Markt (C2C) ab, der 2005 schon ein Transaktionsvolumen von 13,7 Mrd. RMB aufwies (2001: 400 Mill. RMB).

Einen Grund für das schnelle Wachstum sehen die Forscher, neben der zunehmenden Verbreitung des Internets, auch in der steigenden Akzeptanz von Online-Zahlungsmitteln (z.B. Paypal, Alipay). Letztere werden inzwischen von mehr als 60% der Konsumenten genutzt. Im Gegensatz zu früheren Untersuchungen, bei denen viele Verbraucher Bedenken bezüglich der Zahlungsabwicklung geäußert hatten, rückt inzwischen eher die Qualität der Güter und Dienstleistungen in den Fokus. So berichten Verbraucherorganisationen nach Angaben der "China Daily" von einer Zunahme der Beschwerden im Zusammenhang mit Internetkäufen.

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