Owners Buy-outs
Konstruktion für die Nachfolgeregelung

Mit gut 70 000 Unternehmen, die jedes Jahr einen Nachfolger suchen, stellt sich für viele Inhaber mittelständischer Unternehmen die Frage, wie sie nach dem Ausstieg aus dem Unternehmen ihren Lebensabend finanziell gut ausgestattet genießen können. Mit sogenannten Owners Buy-outs können Inhaber einen Teil des Firmenvermögens für sich nutzen.

HB FRANKFURT. „Die Besitzer haben oft das gesamte Vermögen im Unternehmen liegen", sagt Albrecht Hertz-Eichenrode, Chef der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz. „Deshalb sind sie auch zögerlich bei der Übergabe des Unternehmens." Eine Möglichkeit, einen Teil des Unternehmensvermmögens auf den Inhaber zu übertragen, ist der sogenannte Owners Buy-out. Dabei verkaufen die bisherigen Gesellschafter eines Unternehmens dieses und erwerben dann Teile durch eine neue Holding zurück.

Da Fremd- und Hybridkapital in die Kaufpreisfinanzierung eingespeist sei, kaufe der Inhaber seine Anteile so billiger zurück, sagt Hertz-Eichenrode. Mit Minderheitsanteilen steigen dann Beteiligungsgesellschaften ein. Häufig würden diese Konstruktionen bei Nachfolgeregelungen gewählt, in denen der Unternehmensnachfolger für seine Anteile am Unternehmen etwas zahlen soll, sie also nicht einfach vererbt bekommt, erläutert Jürgen Brink von der Intes Akademie für Familienunternehmen.

Solche Konstruktionen gibt es bereits seit längerem. Der Maschinenbauer Jost etwa entschied sich 2005 dafür. Damals investierten WestLB, Sparkasse Münsterland und die Kapitalgesellschaft S-Chancen-Kapitalfonds NRW. Angesichts der hohen Zahl an Unternehmen, die einen Nachfolger suchen, und der Diskussion um die Erbschaftssteuer wächst das Interesse an Owners Buy-outs jedoch. „Wir haben bereits Dutzende dieser Fälle", sagt Brink von Intes. Ob eine solche Regelung für den ausscheidenden Inhaber im Vergleich zu anderen Möglichkeiten wie dem Nießbrauch oder der Bezahlung über Beraterverträge die beste ist, hängt auch von der Frage ab, wie weit er operativ noch im Unternehmen involviert sein möchte sowie von der Ausgestaltung der Konstruktion.

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