Patente und Marken
So viel ist eine Marke wert

Deutsche Mittelstandsfirmen werden sich künftig stärker mit dem Wert ihrer selbst geschaffenen Patente und Marken beschäftigen müssen. Grund ist das Bilanzrichtlinienmodernisierungsgesetz – dessen neue Bilanzregeln sich mit dem geistigen Eigentum einer Marke beschäftigen.

PADERBORN. Dessen Entwurf sieht eine Änderung des HGB (§248 Abs.2) vor, nach der die auf die Entwicklungsphase anfallenden Herstellungskosten für selbst geschaffene immaterielle Wirtschaftsgüter in der Handelsbilanz zu aktivieren sind. „Dies wird ein gesteigertes Bewusstsein für den Wert immaterieller Wirtschaftsgüter schaffen“, sagt Professor Alexander Wurzer vom Centre d´Etudes Internationales de la Propriete Industrielle (CEIPI) der Universität Straßburg. Beispiele, wie sich eine Marke zu Geld machen lässt, gibt es schon. So hat Triumph Adler mit dem Verkauf einer Marke 15 Mill. Dollar verdient (siehe „Finanzierung geistigen Eigentums“).

Bewertung und Finanzierungsmöglichkeiten für die Nutzung, Verwertung und Weiterentwicklung von geistigem Eigentum, insbesondere Patenten, standen im Mittelpunkt der zweiten Patentbewertungstage, die die Hamburger Gesellschaft Ratingwissen im Europäischen Patentamt in München veranstaltete. Um das geistige Eigentum als Finanzierungsquelle zu nutzen, haben verschiedene Akteure Bewertungsstandards für Patente und Marken entwickelt. So hat das DIN-Institut in den bereits Anfang des vergangenen Jahres „Grundsätze ordnungsgemäßer Patentbewertung“ vorgelegt, die in eine internationale ISO-Norm münden sollen. Das Institut der Wirtschaftsprüfer hat umfängliche Standards für die Bewertung immaterieller Wirtschaftsgüter aufgestellt. Und auch ein Bankenausschuss arbeitet an Standards für Patent- und Markenbewertung, um diese als Kreditsicherheiten berücksichtigen zu können.

Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer und spezialisierte Beratungsgesellschaften bewerten immaterielle Wirtschaftsgüter in der Praxis bereits seit geraumer Zeit. Sie kümmern sich zunehmend auch um die weitere Verwertung, insbesondere von Patenten. In den meisten Fällen geht es für Unternehmen darum, bereits fertige Entwicklungen zu Geld zu machen. In einzelnen Fällen werden über die neuen Wegen auch Entwicklungen finanziert. So können auch kleinere Unternehmen immaterielle Wirtschaftsgüter verwerten.

Das Bewertungsunternehmen IPB Hamburg bestückt derzeit den dritten Patentfonds der Deutschen Bank mit einem Volumen von über 100 Mio Euro. Hierfür selektiert es zunächst eingehende Patente, die – zum Teil unter Einbindung von Forschungsinstituten – innerhalb der Laufzeit von acht Jahren weiter veredelt werden. Dann werden mögliche Käufer oder Lizenznehmer gesucht. „Bei uns ist der Erfinder in den Veredelungs- und weiteren Verwertungsprozess mit eingebunden und erhält neben einer Vorauszahlung eine Beteiligung an den Lizenzeinnahmen“, erläutert Manager Stephan Lipfert.

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