Pensionsrückstellungen
Raus mit der Bilanzbombe

Konzerne wie Volkswagen oder Siemens haben es vorgemacht, nun ziehen immer mehr kleine Unternehmen nach: Mittelständler lagern die Pensionsrückstellungen aus ihren Bilanzen aus. Denn die Reserven für die Rente von Mitarbeitern können das Kreditrating dramatisch verschlechtern.

KÖLN. Wer Pensionsrückstellungen aus der Bilanz auslagert, kann seine Unternehmenszahlen verbessern. Bei einer Umfrage von JP Morgan unter rund 150 Unternehmen schätzten 39 Prozent der Befragten, dass der Trend zur Auslagerung der Rentenverpflichtungen zunehmen wird. "Man hat den Trend, die Pensionsrückstellungen auszulagern, bei den Dax-Unternehmen gesehen, und ich glaube, dass er sich im Mittelstand fortsetzen wird", prophezeit Dirk Jansen, bei Cominvest zuständig für Pensionslösungen. Immer mehr Mittelständler folgen dem Beispiel der Großen - auf unterschiedlichen Wegen. Denn auslagern können Unternehmer nach verschiedenen Modellen.

Pensionsrückstellungen haben sich in den vergangenen Jahren als wahrer Sprengstoff in der Bilanz erwiesen. Internationale Bilanzierungsstandards werten die Rentenzusagen für Mitarbeiter knallhart als Schulden, mit entsprechend üblen Folgen für Eigenkapitalquote und somit die Kreditwürdigkeit. Nach den alten deutschen Bilanzregeln drückten die Rückstellungen zwar den steuerpflichtigen Gewinn, beeinträchtigten aber die Liquidität nicht. Als Anfang 2006 die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS auch in Deutschland als verbindliches Bilanzierungsinstrument eingeführt wurden, sanken die Ratings vieler deutscher Unternehmen plötzlich deutlich. Die angelsächsischen Rating-Agenturen und Investoren hatten einfach kein Verständnis für die deutsche Art der Bilanzierung.

Die neuen Bilanz-Standards sind zwar bisher nur für börsennotierte Unternehmen verpflichtend. Aber auch mittelständische Unternehmen müssen sich darauf einstellen, bei Ratings zunehmend danach bewertet zu werden, selbst wenn sie nur einen einfachen Kredit aufnehmen wollen. Hinzu kommt, dass voraussichtlich ab 2010 das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) in Kraft tritt. Das BilMoG ist ein bisschen wie "IFRS light", da es sich an internationalen Standards zumindest orientiert. "Die Bilanzposition der Rückstellungen wird damit größer", warnt Jansen von Cominvest. Die Rückstellungen auszulagern verbessert die Eigenkapitalquote in der Bilanz und somit die Ratings.

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