Mittelstand

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Pensionssysteme: Niedrigzinspolitik der EZB belastet Mittelstand

exklusivDie anhaltenden Niedrigzinsen führen zu einer Deckungslücke bei den Pensionssystemen kleinerer und mittlerer Unternehmen. Die Lücke ist Milliarden groß – und nimmt dem Mittelstand Investitionsspielraum.

EZB in Frankfurt: Die Niedrigzinspolitik belastet den deutschen Mittelstand. Quelle: dpa
EZB in Frankfurt: Die Niedrigzinspolitik belastet den deutschen Mittelstand. Quelle: dpa

BerlinDie Pensionssysteme des deutschen Mittelstands leiden unter der angespannten Lage auf den Kapitalmärkten. Die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) führt in den nächsten 15 Jahren zu einer Deckungslücke von 4,1 Milliarden Euro bei den kleinen und mittleren Unternehmen. Das geht aus einer Analyse des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) hervor, die dem Handelsblatt vorliegt.

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Die Pensionsverpflichtungen des Mittelstands für ihre Mitarbeiter belaufen sich laut DIHK auf insgesamt 24 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu den großen Dax-Konzernen falle die Anpassung der niedrigeren Zinsen in den Bilanzen aus rechtlichen Gründen zwar niedriger aus. „Allerdings ist der geltende Referenzzins weit von aktuell erzielbaren Renditen entfernt“, heißt es in der Analyse.

Euro-Rettung Am Ende zahlt der Sparer

Bei Zyperns Rettung wurden erstmals die Sparer geschröpft. Dieser Fall könnte Schule machen. Denn wenn es darum geht, die Bürger an der Euro-Rettung zu beteiligen, sind noch längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

Eine Entwicklung mit weitreichenden Konsequenzen für künftige Investitionen: Die Berechnungen des DIHK zeigen, dass in den vergangenen Jahren 34 Prozent der Gewinne für Investitionen genutzt wurden. „Bezogen auf die rund vier Milliarden Euro Deckungslücke – die letztlich aus künftigen Gewinnen finanziert werden muss – ergibt dies 1,3 Milliarden Euro weniger an Investitionsspielraum beim deutschen Mittelstand“, schreiben die DIHK-Experten.

Chefvolkswirt Alexander Schumann rät den Unternehmen, stärker Alternativen bei der Finanzierung von Investitionen in Betracht zu ziehen. „Eine Möglichkeit wäre, sich auf dem Kapitalmarkt Geld zu besorgen, also über Investoren, die ebenfalls Anlagemöglichkeiten suchen“, sagte Schumann dem Handelsblatt.

  • 05.04.2013, 18:38 Uhrnetshadow

    Das soll jetzt ein Normalbürger, der sich vielleicht überlegt sein Sparbuch gegen eine Lebensversicherung zu tauschen, verstehen?

    Die eine Meldung, billiges Geld von der EZB kommt in den mittelständischen Betrieben nicht an, Investitionen kosten zuviel weil "Kreditklemme", was ja wohl auch bedeutet, zu "teuer" für den Mittelstand.
    Lt. dieser Meldung ist nun das Geld zu billig für den Mittelstand um die Pensionsansprüche zu befriedigen.
    Und wo ist die ganze billige Kohle jetzt hin? Bei Soros?
    Wenn man sich dann Geld von Investoren für die Deckungslücke holen soll, statt traditionell von den Banken, die es für 0,75% bekommen?
    Wieviel kostet es bei den Investoren? Tolle Risikominimierung für die Banken, Verluste durch Investoren hat man ja auch dann selbst "schuld".

    Am besten "spart" jetzt jeder Bürger für die Insel auf der man auch von 150€ leben kann weil man sowieso keine Steuern zahlt?
    Nun fällt es mir ein, die Angst des Sparers ist ja unergründlich. Selten so gelacht, und das meiner Schwester mit ihrem recht üppigen Sparbuch und ihren Ansprüchen aus der betrieblichen Rente zu erklären, muß ich schon tief in die Bilderkiste greifen.
    Aber das können ja Volljournalisten, die solche Expertisen abschreiben viel besser *lol*

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