Personalführung
Wie Firmen die besten Mitarbeiter finden

Ausländische Märkte werden immer wichtiger für mittelständische Unternehmen. Aber um im Ausland erfolgreich zu agieren, brauchen Unternehmer die richtigen Mitarbeiter an ihrer Seite - die nicht nur fachlich, sondern auch sprachlich und kulturell überzeugen müssen. Wie der Mittelstand die richtigen High Potentials fürs Ausland findet.
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KÖLN. Für deutsche Unternehmen rückt Internationalisierung immer stärker in den Fokus, gerade auch für Mittelständler. Die großen Firmen sind überwiegend ohnehin schon über die Grenzen hinaus aktiv. Für alle gilt: Erfolgreich im Ausland zu agieren, erfordert qualifizierte Mitarbeiter, die neben fachlichen auch sprachliche und kulturelle Kompetenzen mitbringen.

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) machen 99,7 Prozent aller deutschen Firmen aus und stehen für über 70 Prozent aller Beschäftigten in der Privatwirtschaft. Trotzdem hat das Auslandsgeschäft für Mittelständler nur einen Anteil von 17 Prozent am Gesamtumsatz.

Die Handwerksbetriebe erwirtschaften gerade mal 2,6 Prozent ihres Umsatzes im Ausland. Zukünftig wird der Internationalisierungsgrad steigen müssen: Ein reifer und schwächelnder Inlandsmarkt sowie die demografische Entwicklung machen die Erschließung ausländischer Märkte auch für jene Unternehmen notwendig, die bisher nur innerhalb der deutschen Grenzen agierten. Die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern ist dabei ein zentrales Problem, mit dem sich KMU konfrontiert sehen. Wie finden Unternehmen die richtigen Mitarbeiter für den Erfolg im Ausland? Und wie wird Ausbildung vor Ort zum Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen?

Für viele deutsche Unternehmen ist der Geschäftsalltag ohne Mitarbeiter mit internationaler Erfahrung heutzutage kaum noch denkbar. Das gilt auch für Bierbaum-Proenen (BP), Hersteller von Berufsbekleidung. Die Produktion erfolgt hauptsächlich in Mazedonien, Tunesien und Asien, der Vertrieb wird von Deutschland aus koordiniert. Das Familienunternehmen vertritt die Philosophie, Kunden komplett in ihrer Muttersprache zu betreuen. "Sprachkenntnisse und kulturelle Aufgeschlossenheit sind bei uns unbedingt notwendig", betont Katrin Trost, Personalreferentin des Mittelständlers. Dies stellt besondere Anforderungen an die Belegschaft. "Es war recht schwierig, Mitarbeiter für die Buchhaltung zu finden, die beispielsweise über sehr gute Französischkenntnisse verfügen. Aber letztendlich sind wir fündig geworden." Bei der Suche halfen Personaldienstleister, aber auch private Netzwerke und persönliche Kontakte.

Um Berührungsängste zu minimieren, bietet BP seinen angehenden Industriekaufleuten die Möglichkeit, ein vierwöchiges Praktikum bei einem Kunden oder Zulieferer im europäischen Ausland zu absolvieren. Die Europäische Union fördert diesen Austausch über das Programm "Leonardo". Die Vorteile liegen auf der Hand: Ein Auslandsaufenthalt schafft Kontakte, vermittelt Sprachkenntnisse und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei. "Wir sind mit den Ergebnissen absolut zufrieden. Der Auslandsaufenthalt lohnt sich für die Auszubildenden und das Unternehmen", sagt Katrin Trost. Nebenbei erhöht das Ausbildungsangebot die Attraktivität von BP als Arbeitgeber.

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