Personalsorgen
Kaum noch Erfolg mit Stellenanzeigen

Gut die Hälfte der Arbeitgeber in der Intralogistikbranche will in Zukunft neue Mitarbeiter einstellen. Das ergab eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Doch selbst in großen Städten tun sich Unternehmen schwer, offene Stellen zu besetzen. Der Nachwuchsmangel ist ein klarer Wachstumshemmer.

BERLIN. Die Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH würde gern 25 neue Mitarbeiter einstellen. „Aber qualifiziertes Personal fehlt“, klagt Detlef Ganz, Geschäftsführer des Herstellers von Lager- und Kommissioniertechnik. Sein Unternehmen hat seinen Sitz in Meisenheim, einer rheinland-pfälzische Kleinstadt bei Bad Kreuznach. Die ländliche Lage sei sicher einer der Gründe für die Nachwuchssorgen, meint Ganz: „Wir sprechen das Thema in Bewerbungsgesprächen an und schlagen zum Beispiel vor, dass wir zumindest für die Anfangszeit eine Wohnung zur Verfügung stellen.“ Außerdem wirbt Bito-Lagertechnik in der Region intensiv um Nachwuchs – zum Beispiel in Schulen – und stellt jedes Jahr bei einem Ausbildungstag sein Angebot an Lehrstellen vor.

Viele Intralogistik-Anbieter haben ähnliche Nachwuchs-Sorgen wie Bito-Lagertechnik. „Wir sollten die Attraktivität der Branche nicht als bestgehütetes Geheimnis bewahren“, empfiehlt Christoph Hahn-Woernle, Geschäftsführer von Viastore Systems und Sprecher des Forum Intralogistik. Denn der Bedarf an neuen Mitarbeitern ist groß: Waren vor fünf Jahren noch 87 700 Menschen in der Branche beschäftigt, stieg die Zahl allein innerhalb des vergangenen Jahres um 4,3 Prozent auf 94 900. „Die Steigerung hätte größer ausfallen können, wenn die Branche nicht so sehr unter dem Nachwuchsmangel leiden würde“, sagt Hahn-Woernle. „Viele offene Stellen konnten und können nicht besetzt werden. Der Mangel ist ein klarer Wachstumshemmer.“

Gut die Hälfte der Arbeitgeber will in Zukunft neue Mitarbeiter einstellen. Das ergab eine Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). 48 Prozent wollen an der Größe ihres Mitarbeiterstamms nichts verändern. Angestellte zu entlassen, plant keines der befragten Intralogistik-Unternehmen.

Selbst in großen Städten tun sich Unternehmen schwer, offene Stellen zu besetzen. PSI Logistics, ein Software-Entwicklungs-Unternehmen aus Hamburg, findet ebenfalls nicht genug Personal. „Über Stellenanzeigen in Zeitungen und im Internet ist es inzwischen fast aussichtslos, wir setzen bei der Suche nach Mitarbeitern in einigen Bereichen nur noch auf Personalberater“, erklärt Geschäftsführer Wolfgang Albrecht. „Dabei muss man bei der Suche inzwischen recht aggressiv vorgehen, wenn man mit der Konkurrenz mithalten will.“

In Hamburg fällt es PSI Logistics schwerer, geeignetes Personal zu finden, als in Aschaffenburg, wo das Unternehmen einem weiteren Standort unterhält. „In Hamburg gibt es viele Hochschulen, die Logistiker ausbilden, aber auch viele große Unternehmen, die Mitarbeiter suchen“, weiß Albrecht. „In der Branche hat ein ziemliches Gezerre um gute Mitarbeiter eingesetzt.“ PSI Logistics musste wegen des Mitarbeiter-Mangels schon Aufträge absagen. „Die Softwareentwicklung können wir teilweise nach außen geben. Aber Vertriebsmitarbeiter kann man nicht alternativ besetzen“, sagt Albrecht.

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