Personalsuche
Mittelständler als Arbeitgeber

Der deutsche Mittelstand tut sich schwer damit, neue Mitarbeiter zu werben. Viele Stellen bleiben unbesetzt, weil Großunternehmer mit internationalem Flair und starken Sozialleistungen den potentiellen Nachwuchs abwerben. Bei den Gehältern können die kleinen Firmen meist nicht mit den großen Namen mithalten, aber sie bieten ihren Mitarbeitern nette Details wie Bügelservice und Kinderspielzimmer.

An sein Begrüßungspaket erinnert sich Hagen Seifert gut: Block, Kugelschreiber, Bonbons und ein Fahrradtrikot seines neuen Arbeitgebers SSC-Services in Stuttgart, einem Anbieter von Systemen zum Datenaustausch zwischen Automobilzulieferern und-herstellern. Auch ein Einarbeitungsplan lag am ersten Tag auf seinem Schreibtisch. Von allen Kollegen wurde der Fachinformatiker freundlich begrüßt. "Die Leute interessierten sich für einen", sagt Seifert.

So fühlte sich der Neue von Anfang an bei dem Mittelständler wohl - ein Eindruck, der seit dem Jobstart vor zwei Monaten geblieben ist. Seifert hatte sich damals bewusst für einen mittelständischen Arbeitgeber entschieden, in ein Großunternehmen wollte er nicht: "Die Bürokratie steht einem da oft im Weg." Mitarbeiter wie Seifert sind eine Ausnahme. Die meisten jungen Fachkräfte, vor allem die Absolventen der bekannten Hochschulen, zieht es zu den großen Namen wie BMW, L?Oréal oder Allianz, die mit höheren Gehältern und umfangreichen Sozialleistungen locken.

Der Mittelstand hat bei Berufseinsteigern und erfahrenen Fachkräften ein Imageproblem - mit gravierenden Folgen. So bereitet der Fachkräftemangel 60 Prozent der mittelständischen IT-Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern Schwierigkeiten. Das ergab eine Studie des Branchenverbandes Bitkom. Rund ein Drittel der Mittelständler hat laut Mittelstandsbarometer in diesem Jahr Neueinstellungen geplant. Doch die Stellen können immer häufiger nicht besetzt werden. 2006 blieben 48.000 Ingenieursstellen in Deutschland unbesetzt - vor allem bei Mittelständlern.

Größtes Problem der Mittelständler ist ihre Unbekanntheit. "Sie sind No Names und haben kein Gesicht", sagt Volker Stein, Professor für Personalmanagement an der Uni Siegen. Damit fällt es ihnen schwer, Bewerber überhaupt auf sich aufmerksam zu machen. Christian Scholz, Professor für Personalmanagement an der Universität Saarbrücken: "Die Mittelständler verhalten sich viel zu defensiv." Sie müssten aus der Masse heraustreten, sich attraktiver darstellen und besser vermarkten.

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