Peter Oberegger im Interview
Vorwerk-Chef sieht Deutschland vor Comeback

Staubsauger an der Haustür verkaufen gilt als altbacken und unseriös. Peter Oberegger, persönlich haftender Gesellschafter bei Vorwerk und von Ende Juni an alleiniger Unternehmenschef, wehrt sich gegen dieses Klischee. Warum für ihn China an Attraktivität verliert und der Produktionsstandort Deutschland aufgrund der hohen Energiepreise vor einer Renaissance steht.

Handelsblatt: Herr Oberegger, können Sie sich über die brummende Konjunktur überhaupt noch freuen?

Oberegger: Natürlich freue ich mich, wenn es der Wirtschaft gut geht. Aber zugegeben: Für uns haben konjunkturelle Boomphasen nicht nur Vorteile.

Weil Vorwerk dann nicht genug selbstständige Verkäufer findet, die in der Wohnung der Kunden den legendären Stausauger Kobold oder den Küchen-Alleskönner Thermomix feilbieten?

Der Direktvertrieb, unser Kerngeschäft, lebt davon, dass Menschen zu anderen Menschen gehen und Produkte vermarkten. Die machen das häufig nebenher und sind deshalb beruflich in konjunkturell guten Zeiten stark eingespannt. Wenn die Konjunktur abflacht zieht unser Geschäft wieder an, weil wir dann wieder mehr Verkäufer engagieren können.

Der Direktvertrieb wirkt altbacken und unseriös. Hat das Modell überhaupt eine Zukunft?

Sogar eine große. Der Direktvertrieb wächst weltweit teilweise sogar mit zweistelligen Raten, vor allem in den Schwellenländern läuft das Geschäft.

Verkaufspartys in China - das stellen wir uns lustig vor.

Tatsächlich sind die Berührungsängste, die es in Deutschland damit gibt, in Schwellenländern überhaupt nicht zu spüren. Für viele Chinesen, Mexikaner oder Indonesier ist der Direktvertrieb eine Gelegenheit, den Lebensunterhalt zu verdienen und Karriere zu machen. Das Modell läuft, wir werden von großen Firmen gefragt: Wie stellt ihr es an, ohne Händler auszukommen?

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