Pflege-Markt
Geldsegen für die Diakonie

Mehr als 10 000 ambulante Pflegedienste buhlen in Deutschland um zahlungskräftige Kunden. Dabei stehen die kirchlichen Pflegedienste mit der Rechtsform der gemeinnützigen GmbH, kurz – gGmbH – in hartem Wettbewerb mit privaten Anbietern. Zwar ist eine gGmbH gezwungen, ihre Gewinne zu reinvestieren. Gewinnorientiert wirtschaftet sie aber trotzdem.

HERFORD. Und auch bei der Finanzierung gehen gemeinnützige Organisationen zunehmend die gleichen Wege wie die private Konkurrenz. Um Personalkürzungen trotz des wachsenden Kostendrucks zu vermeiden, greifen die Diakoniestationen der Kirchenkreis Herford gGmbH etwa auf moderne Instrumente wie Leasing zurück, um ihre Finanzbasis zu verbessern. Seit Juli dieses Jahres hat sie den kompletten Fuhrpark der Diakoniestationen im Kirchenkreis Herford auf Full-Service-Leasing umgestellt. Der Fuhrpark stellt mit 62 Fahrzeugen direkt nach dem Personal den größten Kostenfaktor für den mobilen Pflegedienst dar.

Für den Leasinggeber Athlon Car Lease Germany ist die kirchliche Klientel zwar neu, überraschend kommt sie aber nicht: „Gemeinnützige Einrichtungen müssen wie andere auch bei Banken um finanzielle Ressourcen konkurrieren und dabei schlanke Strukturen vorweisen“, sagt Holger Rost, Athlon-Geschäftsführer und Leiter des Ausschusses Öffentlichkeitsarbeit des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen. Alexander Wohlfeld, Vertriebsleiter Autoflotten bei VR Leasing bestätigt diesen Trend: „Wir haben Rahmenverträge mit Teilorganisationen des Roten Kreuzes und der Caritas.“

Der Wettbewerb zwischen privaten und kirchlichen Anbietern im Pflegesektor nimmt derzeit weiter zu – und damit auch das Bestreben der Gemeinnützigen, ihre Mittel möglichst wirksam einzusetzen. Billiganbieter drängen mit gering bezahlten Hilfskräften auf den Markt. Und ein Urteil des Bundessozialgerichts in Kassel stärkte jüngst die Wahlfreiheit der Versicherten: Pflegebedürftige dürfen dem Urteil zufolge nun jeden in Deutschland zugelassenen Pflegedienst in Anspruch nehmen.

Der Trend zu effizienteren Strukturen bei den kirchlichen Pflegediensten begann allerdings schon vor etwa zehn Jahren mit neuen Gesetzen zur Betriebssteuerung. Bis dahin war die Geschäftsleitung vielfach ein Ehrenamt und wurde von Laien übernommen. „Damals wurden die Wagen bei verschiedenen Autohändlern zusammengekauft“, sagt Gerd Meyer, Prokurist der Diakoniestationen im Kirchenkreis Herford. Folge waren eine hohe Kapitalbindung und ein bunt zusammengewürfelter Fuhrpark. Heute sind die Autos in den Farben der Diakonie lackiert – mit einem weißen Logo auf blauem Grund. „Einen uneinheitlichen Auftritt können wir uns jetzt nicht mehr leisten, denn die Autos transportieren unsere Botschaft“, sagt Meyer.

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