Pilotprojekt
Polens Autos werden elektrisch

Polen startet ein Pilotprojekt mit Ladestellen für Elektroautos. Aber die Kfz-Halter sind bei Treibstoffen eher konservativ. Bis Mitte 2010 sollen in Polen mehrere Hundert Ladestellen für Akkumulatoren von Elektroautos eingerichtet werden.
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WARSCHAU. Das Cluster Green Stream plant 330 davon in Warschau, Danzig, Kattowitz, Krakau und Mielec. Dieses Experiment soll ein Jahr lang andauern. Die Firma Ekoenergetyka-Zachod will in vier weiteren Städten solche Ladestellen schaffen. Experten erwarten, dass die Polen langsamer als andere Europäer auf Elektroautos umsteigen werden; sie sind bei der Treibstoffwahl eher konservativ.

Dem Klaster Green Stream gehören einschlägige wissenschaftliche Institute und Privatpersonen an. Es will noch vor Jahresfrist die ersten Ladestellen für Elektroautos schaffen und bis Mitte 2010 für rund 20 Mio. Zl (rund 4,8 Mio. Euro, 1 Euro = 4,14 Zl; Stand: 11.12.09) insgesamt 330 in fünf polnischen Großstädten einrichten. Ekoenergetyka-Zachod arbeitet an einem ähnlichen Projekt für die Städte Zielona Gora (Grünberg), Sulechow, Pila (Schneidemühl) und Sieradz, in denen Anfang 2010 zunächst ein kleines Netz solcher Stellen geschaffen werden soll.

Klaster Green Stream will sein Experiment bis Mitte 2011 durchführen. Danach sollen die Stromspender für Kfz kommerziell genutzt werden, wie der Vorsitzende von Green Stream Polska, Jacek Janowski, gegenüber der Tageszeitung "Rzeczpospolita" sagte. Noch dauere der Anschluss einer Ladestelle für Elektroautos an das Stromnetz aufgrund behördlicher Prozeduren zwei Jahre. Diese Frist müsse verkürzt werden.

Die Energiekonzerne selbst halten sich mit Experimenten noch zurück und beobachten vorerst den Markt. Der Leiter des Forschungsinstitutes für den Kfz-Markt Samar, Wojciech Drzewiecki, geht davon aus, dass Polen dem Trend zu Elektroautos langsamer folgen wird als andere europäische Länder, zudem diese teurer seien als herkömmliche Kfz. Auch Alternativen zu Benzin und Diesel fanden in Polen bisher kaum Anhänger. Das gelte ebenso für Bio-Äthanol wie für CNG-Gas. Solches Autogas kann man in Polen nur an 31 Stellen tanken, wovon sich die meisten bei Objekten der Polnischen Erdölförderung und Gaswirtschaft PGNiG in der Wojewodschaft Podkarpackie (Karpatenvorland) befinden. Dort verwendet der öffentliche Nahverkehr das CNG-Gas.

Polen stellt aber entsprechende Fahrzeuge her. So werden zum Beispiel sämtliche Fiat-Modelle auch in der CNG-Version gebaut. Ein Fünftel der jährlich 60.000 in dem Werk in Tychy produzierten Fiat Panda sind mit einem Motor für CNG-Gas ausgestattet. Diese Fahrzeuge werden aber hauptsächlich exportiert. Einen Stadtbus mit Hybrid-Antrieb baut die Solaris Bus & Coach S.A. aus Owinska bei Poznan (Posen).

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