Pkw-Kosten
Mittelstand spart jetzt bei den Dienstwagen

Um die Kosten für ihre Pkw-Flotte in den Griff zu bekommen, suchen international tätige Unternehmen zunehmend Rat bei externen Dienstleistern. Die größten Einsparungen lassen sich dort neben Händler- und Herstellerrabatten vor allem auch durch das sogenannte Multi-Bidding erzielen.
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BERLIN. Jörn Kramer wollte Durchblick beim Fuhrpark der Außendienstmitarbeiter. Hätte ihn die Geschäftsleitung vor vier Jahren gefragt, wie viele Pkws gerade weltweit unterwegs sind, wie teuer die Kfz-Versicherungen sind oder wie viel Kraftstoff die Flotte verbraucht - der Beschaffungsleiter des Medizinprodukteherstellers Coloplast hätte passen müssen. "Jedes Land hatte damals seine eigenen Verträge und Gepflogenheiten", sagt Kramer.

Es gab weder systemtechnische Unterstützung noch ein einheitliches Reporting. Das Datenmaterial zur optimalen Steuerung der rund 1 300 Dienstwagen war schlichtweg nicht vorhanden. Heute hat Kramer alle Informationen im Blick - er ruft sie per Mausklick ab. Die neue Transparenz hat sich für Coloplast rasch bezahlt gemacht: Mit der Reorganisation der internationalen Pkw-Flotte hat Kramer die Fuhrparkkosten des Unternehmens mit Hauptsitz in Dänemark um rund ein Fünftel gesenkt.

Krise steigert den Bedarf

"Zentral steuern, dezentral optimieren" - nach diesem Prinzip ist bei Coloplast ein weitgehend einheitlicher Fuhrpark entstanden. Nach dem Vorbild von Großkonzernen setzen zunehmend auch größere Mittelständler auf die sogenannte paneuropäische Steuerung, um Kosten zu senken. "Seit Beginn der Wirtschaftskrise Ende 2008 hat sich die Anfrage nach einer zentralisierten Betreuung des Fuhrparks verdreifacht", sagt Tobias Kern, Berater beim Mainzer Fuhrpark-Manager Fleet Logistics, der für Coloplast tätig ist. Das Unternehmen gilt als Vorreiter eines europaweit zentralisierten Flottenmanagements - es bietet seine Dienste derzeit in mehr als 20 Ländern an.

Erster Schritt bei Coloplast: Um den Fuhrpark zentral steuern zu können, müssen Kosten vergleichbar sein. Deshalb gibt Beschaffungsleiter Kramer nun ein einheitliches Leasingmodell für die Dienstwagen vor. Während diese früher je nach Land mal gekauft, geleast oder auch gemischt finanziert wurden, ist jetzt Full-Service-Leasing die Maßgabe.

Der Leasinggeber bietet dabei eine Finanzierung inklusive Wartung, Tankkarten-Management und wo möglich auch Versicherung an. Jeder Mitarbeiter darf nun zwar weiterhin zwischen verschiedenen Marken und Modellen wählen. Je nach Position bekommt er dafür jedoch ein bestimmtes Budget für die Leasingrate zugewiesen.

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