Plädoyer für einheitliche Rechtsform
Wirtschaft lobt Zypries’ Plan für GmbH-Reform

In der Wirtschaft werden die Pläne von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) für eine GmbH-Reform positiv aufgenommen.

BERLIN. „Der Gesetzentwurf geht in die richtige Richtung“, lobte Klaus Bräunig, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes BDI, das Vorhaben gegenüber dem Handelsblatt. Das Recht werde einfacher, transparenter und mache die GmbH in Europa deutlich konkurrenzfähiger als bisher.

Die Bundesregierung will das GmbH-Recht umfassend reformieren, um diesen Klassiker des deutschen Gesellschaftsrechts gegen die Konkurrenz internationaler Billig-Rechtsformen, wie der britischen Limited, wettbewerbsfähig zu machen. Der Referentenentwurf für das „Gesetz zur Modernisierung des GmbH-Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen“ (MoMiG) liegt dem Handelsblatt vor. Zypries will ihn ausführlich mit Juristen und Unternehmern diskutieren, bevor er Anfang 2007 ins Kabinett kommen soll.

Aus Sicht des BDI dauert dies allerdings zu lange. „Es wäre gut, wenn das neue GmbH-Recht zum 1.1.2007 in Kraft treten könnte“, so Bräunig. Dies würde Deutschland die Chance eröffnen, Einfluss auf eine gerade beginnende Diskussion in Brüssel zu nehmen – dort wird an einer neuen Europäischen Privaten Gesellschaft gearbeitet.

Ebenfalls in diesem Jahr will die Bundesregierung das deutsche Steuerrecht an die EU-Regeln für die Europäische Aktiengesellschaft (SE) anpassen. Bräunig betonte, es wäre sinnvoll, beide Gesetzesvorhaben miteinander zu verknüpfen. In beiden gehe es um eine vereinfachte Umwandlung von Unternehmensrechtsformen. Der Referentenentwurf für das so genannte SEStEG aus dem Finanzministerium von Peer Steinbrück (SPD) stößt jedoch auf harte Kritik der Wirtschaftsverbände: Beim Umzug eines Betriebes ins Ausland müssten künftig die stillen Reserven versteuert werden. Die Wirtschaft lehnt dies strikt ab.

Seite 1:

Wirtschaft lobt Zypries’ Plan für GmbH-Reform

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%