Porträt
Christoph Seibt: Unternehmer, Anwalt – Entdecker

Christoph Seibt arbeitet für drei – als Anwalt und Unternehmer in der Kanzlei und als Professor an der Hochschule. Zwischendrin entspannt er sich als Förderer von Kunst und Kultur. Über das Leben und die Laufbahn eines außergewöhnlichen Juristen. Ein Porträt.

Die Machtzentrale seiner Heimatstadt behält er im Blick. Durch die hölzernen Schiffsfenster auf der Außenseite des Büros im siebten Stock der Alsterarkaden Nummer 27 schaut Christoph Seibt auf den Rathausturm der Freien und Hansestadt Hamburg. In seinem Arbeitszimmer aus unternimmt der Jurist – seit bald zehn Jahren Partner der internationalen Kanzlei Freshfields, Bruckhaus, Deringer – bei grünem Tee und englischen Minzplättchen seine Expeditionen zu den unerschlossenen Gestaden des Unternehmensrechts.

Zu den ausgedehnten Erkundungstouren treibt ihn die Leidenschaft des Entdeckers. Gut bezahlt werden sie von dankbaren Konzernen wie Aurubis, Continental und Infineon. Dem Kupferproduzenten Aurubis etwa hat Seibt, als der noch Norddeutsche Affinerie hieß, trickreich die volle Eigenständigkeit bewahrt, dem Autozulieferer Continental dank einer innovativen Investorenvereinbarung ein erhebliches Maß an Unabhängigkeit von Großaktionär Schaeffler erhalten und dem Chipkonzern Infineon den rettenden finanziellen Spielraum durch eine geglückte Kapitalerhöhung verschafft.

Erfolge wie diese sind es, die Seibt bundesweit einen exzellenten Ruf unter den Top-Juristen für Gesellschaftsrecht eingetragen haben – und nebenbei eine eindrucksvolle Trophäensammlung auf dem Fensterbrett unter den Schiffsfenstern. „Für die Beratung von Transaktionen oder Restrukturierungen braucht es eine unternehmerische Ader. Seibt hat sie“, lobt der Gesellschaftsrechtler Mathias Habersack, Professor an der Universität Tübingen.

Und das sieht man. Solche „Tombstones“ – zu deutsch: Grabsteine – genannten Trophäen, die Investmentbanken für erfolgreiche Deals wie die Übernahme der Siemens-Sparte VDO durch Continental vergeben, haben hierzulande nur wenige Juristen wie Seibt gleich dutzendweise. Das Streben nach Erfolg treibt den 44-Jährigen neben aller Leidenschaft für den Beruf enorm an. Zurückhaltender Hanseat, der er ist, würde Seibt mit Eitelkeit allerdings nicht hausieren gehen. „Mir macht die Arbeit einfach große Freude. Dazu kommt sicher der Wunsch nach fachlicher und menschlicher Anerkennung“, sagt der Jurist mit Bedacht, als er dem Besucher stolz die meist aus Acryl gefrästen Trophäen seiner rechtlichen Triumphe zeigt.

Die Nagelprobe steht noch aus; schwere Niederlagen musste Seibt bislang nicht verkraften. „In solchen Auseinandersetzungen ist Selbstbewusstsein ganz wichtig“, sagt er nach einem Moment des Nachdenkens. Natürlich sei dies einfacher aufrechtzuerhalten, wenn Misserfolge ausblieben. „Aber selbst wenn einmal das Ziel für den Mandanten nicht erreicht wird, hilft es, sich nach der nötigen Fehleranalyse auch an vergangenen Erfolgen auszurichten.“

Die Konkurrenz ist beachtlich. Es gibt gut 40 Spitzenleute unter den mehr als 1 000 bei Transaktionen beratenden Wirtschaftsanwälten in Deutschland. Jura beherrschen sie alle. „Im Wesentlichen unterscheiden sie sich durch ihren Charakter“, sagt Seibt. Anwalt und Mandant müssten zueinander passen. Nicht selten hängt das Wohlergehen von Unternehmen, Aufsichtsrat und Vorstand von dieser Beziehung ab. Der Hamburger ist sich seiner Verantwortung bewusst. Die Mandanten sollen sich fallen lassen können und darauf vertrauen, dass er und seine Kollegen rechtlich auf ihre Interessen umfassend acht geben, findet er. Seibt: „Ein Anwalt macht seinem Mandanten im Idealfall Mut und gibt ihm Selbstvertrauen in die Zielerreichung.“

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