Präzisionswerkzeuge
Schlechte Zeiten gibt es nur selten

Ein alltägliches Produkt –­ die Common-Rail-Diesel-Einspritzpumpe ­– zeigt, was Präzisionswerkzeuge heutzutage leisten. Das Herzstück moderner Dieselmotoren muss Drücke von bis 2 000 bar aushalten und wird mit einer Genauigkeit von zehn Tausendstelmillimetern gefertigt ­ das entspricht einer Haaresbreite.

"Präzisionswerkzeuge arbeiten heute so genau, dass ein Loch in ein Haar gebohrt werden kann, ohne die Haarstruktur zu zerstören", sagt Klaus Holland-Letz, Geschäftsführer der Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung (GFE) e.V., einer privaten Forschungseinrichtung in Thüringen. "Das funktioniert zwar nur unter Laborbedingungen, ist aber möglich", sagt der GFE-Chef, der damit gleichzeitig einen Trend bei den Präzisionswerkzeugen beschreibt: Die Werkzeuge werden zunehmend kleiner.

Mini-Werkzeuge werden vor allem in der Medizin- und Nanotechnik eingesetzt. Der Begriff Präzisionswerkzeug meint aber nicht nur Minibohrer und -fräsen. "Das können riesige Maschinen sein, die jedoch sehr genau arbeiten", erklärt Wolfgang Sengebusch, Geschäftsführer des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Präzisionswerkzeuge sind Maschinenwerkzeuge, die in allen Bereichen der Metallbearbeitung eingesetzt werden, zum Beispiel in der Automobil-, Flugzeug- und Elektroindustrie, aber auch in der Medizintechnik. Die Hersteller von Präzisionswerkzeugen lassen sich in vier Teilbranchen aufteilen. Zur ersten gehören Hersteller so genannter Zerspanwerkzeuge. Das sind beispielsweise Fräsen oder Bohrer, mit denen Metall-, Holz- oder Keramikteile so bearbeitet werden, dass dabei Späne anfallen.

Die zweite Branche umfasst den klassischen Werkzeugbau. Dazu zählen auch die Hersteller von Guss- und Spritzformen für Produkte aus Metall und Plastik. Die dritte Teilbranche sind die Anbieter von Spannzeugen: Trage- und Haltevorrichtungen zum Befestigen von Werkzeugen an Werkzeugmaschinen und zum Fixieren von Werkstücken für die Bearbeitung. Die letzte Teilbranche schließlich umfasst die Anbieter der Fertigungs-, Mess- und Prüftechnik.

Die Gesamtbranche mit knapp 70 000 Beschäftigten in rund 6 000 Betrieben ist nach der Antriebstechnik der zweitgrößte Fachzweig des deutschen Maschinenbaus. Der Exportanteil liegt bei mehr als 45 Prozent. Im vergangenen Jahr hat die Branche einen Gesamtumsatz von rund acht Milliarden Euro erwirtschaftet ­ das ist im Vergleich zu 2003 ein Plus von vier Prozent, berichtet der VDMA Fachbereich Präzisionswerkzeuge.

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