Preisschwankungen im Agrarsektor
Milchbauern kämpfen mit niedrigen Preisen

Verbraucher jubeln, Milchbauern stöhnen: Die Preise für Milchprodukte befinden sich auf Talfahrt - und der Druck auf die Landwirte steigt. Die Branche steht damit unmittelbar vor einem Strukurwandel.

BERLIN. "Der Preisanstieg bei Lebensmitteln scheint gestoppt." Diese gute Nachricht für alle deutschen Konsumenten überbrachte gestern Jürgen Abraham, Vorsitzender des Branchenverbandes BVE, vor dem Auftakt der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Von Freitag an erwartet die Messe Berlin mehr als 400 000 Besucher zur weltgrößten Verbraucherschau. Die Ernährungsindustrie prognostiziert für das Jahr 2009 insgesamt eine stabile Preisentwicklung in Deutschland.

Bereits Ende 2008 spürten die deutschen Konsumenten eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen (siehe Grafik), was hauptsächlich auf den Rückgang bei den Preisen für Molkereiprodukte zurückzuführen war. Denn die Verbraucher reagierten 2008 auf den deutlichen Preisanstieg des Vorjahres mit Zurückhaltung beim Kauf von Milchprodukten. Viele wichen zudem von teureren Erzeugnissen auf preisgünstigere aus.

In der Hoffnung auf eine weiter steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt hatten die heimischen Landwirte im vergangenen Jahr ihre Milcherzeugung gesteigert. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen bauten die US-Milchbauern ihre Marktstellung aus - sie profitierten vom schwachen Dollarkurs.

In Deutschland eskalierte die Situation: Tausende Milchbauern beteiligten sich an einem Lieferstreik und blockierten die Molkereien, nachdem der Handel für ein gutes Dutzend Molkereiprodukte die Preise wieder gesenkt hatte. Viele Landwirte verloren wegen der ebenfalls sinkenden Erlöse ihr Vertrauen in die traditionelle Milchvermarktung über die Molkereien und gründeten eigene Organisationen. Nach dem Ende des Streiks hinterließen sie eine tief gespaltene Branche.

Seite 1:

Milchbauern kämpfen mit niedrigen Preisen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%