Private Equity
Auch in der Krise gibt es Gewinner

Die Kreditkrise und der Konjunktureinbruch treffen Finanzinvestoren hart. Doch Private Equity wäre nicht Private Equity, wenn es aus der Not nicht einmal mehr eine Tugend machen könnte. Gerade jene Häuser, die sich auf angeschlagene Unternehmen spezialisiert haben, stehen vor einem wahren Boom. Vorausgesetzt, das nötige Kleingeld ist vorhanden.

FRANKFURT. „Bei aller Ernsthaftigkeit der Krise, gibt es auch Chancen", betont Katharina Lichtner, Managing Director beim Dachfonds-Anbieter Capital Dynamics. Zwar belastet die massive Zurückhaltung der Banken bei der Finanzierung der Übernahmen die Investoren. „Kredite zu akquirieren ist derzeit schwierig bis unmöglich, auch für Transaktionen unter einer Mrd. Euro", sagt Martin Hintze, Managing Director bei der US-Investmentbank Goldman Sachs. Doch für ein totgesagtes Geschäftsmodell hält er Private Equity noch lange nicht: „Derzeit entwickeln die Beteiligungshäuser neue Wege, ihr Geld anzulegen", betont Hintze. Insbesondere Investitionen in krisengeschüttelte Unternehmen, die auf finanzielle Hilfe angewiesen seien, hätten derzeit großes Potenzial, sagt Lichtner. So genannte Distressed Funds investieren beispielsweise in notleidende Unternehmen, die ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können und somit kurz vor dem Konkurs stehen. Oftmals kaufen die Private-Equity-Häuser oder Hedge-Fonds dabei günstig Anteile am Fremdkapital. Im Falle der Pleite wird das Eigenkapital wertlos und sie übernehmen die Kontrolle. Eine andere Spielart ist es, die von den Banken weitergereichten Kredite für Private-Equity-Übernahmen mit Abschlägen von 20 oder 30 Prozent zu erwerben. Ein vielversprechendes Geschäft, denn nicht alle Kredite müssen zwingend ausfallen. Häufig ist es der Druck der Banken, die eigene Bilanz zu bereinigen, der zu Notverkäufen führt. Wird die Finanzierung bis zum Ende bedient, winkt ein satter Gewinn.

Distressed Funds schießen deshalb wie Pilze aus dem Boden. Zuletzt seien von Private-Equity-Häusern in dem Segment 33 Mrd. Dollar eingesammelt worden, betont Hintze. Weitere 20 Mrd. Dollar dürften noch in diesem Jahr hinzu kommen. Goldman Sachs hat dabei schon Maßstäbe gesetzt: Vor einem Monat schlossen die Amerikaner ihren Fonds „GS Loans Partners 1". Volumen: rekordverdächtige 10,5 Mrd. Dollar. Der Private-Equity-Investor TPG sammelte zuletzt sechs Mrd. Euro für ähnliche Zwecke ein. Kein Wunder also, dass Häuser wie KKR oder Blackstone ebenfalls das Segment im Blick haben.

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