Private-Equity
Auf der Suche nach neuen Partnern

Die globale Krise ist auch an den Private-Equity-Häusern nicht spurlos vorbei gegangen: Auf der Fremdfinanzierungsseite sind die Tranchen kleiner geworden und einige namhafte Kreditinstitute haben sich ganz aus diesem Segment verabschiedet. Doch die Grundidee von Private Equity hat ohnehin nichts von ihrer Gültigkeit verloren.

MÜNCHEN. Die globale Krise hat weite Teile unserer Wirtschaft grundlegend verändert. Konsolidierungsprozesse sind in vielen Branchen vorprogrammiert und nicht wenige Unternehmen werden in Existenznöte geraten. Vielerorts nehmen dabei auch bereits lange gärende Probleme dramatische Konturen an. Sei es, weil die Produktpalette veraltet ist oder sei es, weil - wie etwa im Falle der großen Automobilhersteller - große Überkapazitäten aufgebaut wurden. Grundsätzlich gilt: Der außergewöhnlich drastische Einbruch der Nachfrage, die Verteuerung der Kreditkonditionen und der erschwerte Zugang zu Fremdkapital stellen die Marktteilnehmer vor Herausforderungen.

Auch am Private-Equity-Sektor ist die Krise nicht spurlos vorübergegangen. Auf der Fremdfinanzierungsseite sind die Tranchen kleiner geworden und einige namhafte Kreditinstitute haben sich ganz aus diesem Segment verabschiedet. Ebenso trifft man heute kaum noch auf Leadmanager. Die Finanzierungen werden nahezu ausschließlich über Club Deals unter Beteiligung mehrerer Banken strukturiert. In der Private-Equity-Branche selbst gibt es heute ebenfalls einige Gesellschaften, die ernsthafte Probleme haben. In Teilbereichen mag dazu eine zu aggressive Fremdfinanzierung oder eine Fehleinschätzung der Geschäftsperspektiven von Portfoliofirmen beigetragen haben.

Dennoch: Ebenso wie es nach wie vor einen bestimmten Kreis von handlungsfähigen Kreditinstituten in diesem Bereich gibt, wird auch ein Gutteil der Private-Equity-Häuser unbeschadet durch die Krise zu kommen. Es werden solche Fonds sein, die ihr Risiko gut gestreut und die zu angemessenen Preisen gekauft haben. Erfolgreich sollten zudem jene Finanzinvestoren sein, die auf ein gutes Auskommen mit dem Management der Portfoliounternehmen achten. Als stabil dürften sich all jene Fonds erweisen, die starke und ihrerseits nicht fremdfinanzierte Investoren hinter sich haben. Die Grundidee von Private Equity hat ohnehin nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Im Gegenteil: Sie stößt auch in Zeiten dieses schwierigen wirtschaftlichen Umfelds im deutschen Mittelstand nach wie vor auf Interesse. Finanzinvestoren stehen zwar nicht als Nothelfer für marode Firmen zur Verfügung. Es bieten sich aber weiterhin Ansätze der Zusammenarbeit: insbesondere mit Unternehmen, die sowohl ein funktionierendes Geschäftsmodell als auch ein bislang solides Wachstum aufweisen können. Hier kann die Kapitalkraft von Private-Equity-Investoren trotz der Krise die Wachstumspotentiale für die Zeit danach erhöhen und Marktchancen vorbereiten, um mit besseren Voraussetzungen in den nächsten Aufschwung zu starten - sei es durch eine Ausweitung der Produktpalette, durch den Zugang zu regional neuen Märkten oder durch Zukäufe. Viele Finanzinvestoren haben auch in der Krise bewiesen, dass sie Geld nachschießen und Zukäufe ihrer Beteiligungsfirmen finanzieren können.

Eine aktuelle Studie des Weltwirtschaftsforums hat bestätigt, dass von Private Equity finanzierte Unternehmen produktiver arbeiten als Wettbewerber mit anderen Gesellschaftern. Solche Vorteile kommen besonders dann zum Tragen, wenn es zwischen Finanzinvestor und Management zu einer Partnerschaft kommt. Denn das Führungspersonal kann in diesem Fall freier und unabhängiger entscheiden als etwa in einem vom Patriarchen geführten Unternehmen.

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