Private-Equity-Branche
Experten warnen vor Schuldenlast bei Firmen

Das nächste Jahr wird bei vielen Mittelständlern zeigen, ob sie mit den Finanzierungsstrukturen der Private-Equity-Häuser zurechtkommen. Wenn die Unternehmen wegen zu hoher Kaufpreise, die sie ja zum Teil selbst aus ihrem Cash-Flow refinanzieren müssen, und einem zu geringen Eigenkapitalanteil unter ihrer Schuldenlast zusammenbrechen, könnte dies den gesamten Beteiligungsmarkt in Verruf bringen, warnt Wolfgang Alvano, Managing Director beim Finanzinvestor Granville Baird Capital Partners.

FRANKFURT. Beispiele für solche Überhitzungen seien Angebote von Banken, die die vereinbarten Kaufpreise sogar überstiegen. Darin liegt für Alvano eine ernst zu nehmende Gefahr: Wenn die Kaufpreise aufgrund der Fremdkapitalquoten in die Höhe getrieben würden, sei das Risiko groß, dass die Unternehmen von der zukünftigen Schuldenlast erdrückt werden.

„Aus Sicht der finanzierenden Banken, mögen die Fremdkapitalangebote ja noch nachvollziehbar sein, da sie 2,0 bis 2,5 Prozent Gebühren für eine Transaktion kassieren – und so selbst bei Mittelstandtransaktionen innerhalb kürzester Zeit Millionen verdienen können“, sagt der Beteiligungsmanager. Danach würden die Kreditrisiken zum größten Teil über internationale Syndizierungen am Kapitalmarkt platziert. Ob die Unternehmen die Lasten einer solchen Transaktion zu tragen vermögen, scheine irrelevant geworden zu sein, kritisiert der Beteiligungsmanager.

Granville Baird steht mit seinen Warnungen nicht allein. Auch die Unternehmensberatung Droege und konservativ finanzierende Mittelstandsfonds sehen die hohen Schuldenquoten skeptisch. Ihre Angst: wenn es zum Kollaps eines Unternehmens kommt, würden sie ohne Differenzierung in einen Topf geworfen. „Die Öffentlichkeit wird dann kaum zwischen guten und schlechten Heuschrecken differenzieren“, so ein Beobachter.

Alvano sieht auch Secondaries, bei denen eine Firma von einem Finanzinvestor zum nächsten wandert, mit gemischten Gefühlen. Bei der Kaufentscheidung sollten sich die Finanzinvestoren vom zusätzlichen Wachstumspotenzial leiten lassen und nicht vom Verschuldungsgedanken.

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