Private-Equity-Branche
Wachstum durch Beteiligung

Private-Equity-Gesellschaften haben lange unter ihrem Negativimage gelitten. Doch inzwischen erobert die Beteiligungsbranche den deutschen Mittelstand und Investoren konkurrieren um die besten Unternehmen.

BerlinAlle Brillen, ein Preis: 39,90 Euro. Mit diesem einfachen Konzept hat es die Brille24 in nur vier Jahren zum führenden Online-Optiker gebracht. Das Unternehmen liefert in 117 Länder, allein der deutsche Webshop zählt mehr als 400000 registrierte Kunden. Für das Wachstum brauchte es Geld: Gründer und Geschäftsführer Matthias Hunecke startete mit Eigenkapital, holte sich aber die Beteiligungsgesellschaft CFP&Founders Investments rasch ins Boot - auch die Private-Equity-Firma B-to-V engagierte sich.

Dennoch bleibt Hunecke Mehrheitseigner und Herr im Haus. "Wir sehen uns eher als Wasserträger, der Brille24 nicht nur finanziell, sondern mit Know-how aus anderen Branchen unterstützt", sagt Florian Schweitzer, Partner bei B-to-V. Engagements seiner Firma könnten bis zu zehn Jahre dauern. "Wir sind keine Rein-und-raus-Beteiligungsgesellschaft", sagt Schweitzer.

Bislang leiden Private-Equity-Gesellschaften oft noch unter einem Negativimage. Doch das scheint sich zu wandeln: Die Beratungsgesellschaft Rödl & Partner sieht in einer Studie zur deutschen Beteiligungsbranche 2011 gar einen "Private-Equity-Boom im Mittelstand". "Der Begriff Heuschrecke verschwindet zusehends aus den Köpfen", sagt Studienautor Björn Stübiger. Der Grund: "Nachdem Banken risikobehaftete Engagements scheuen, muss der Mittelstand sein Wachstum anders finanzieren. Beteiligungskapital ist da nicht mehr wegzudenken."

Umgekehrt ist unter den Investoren ein Wettbewerb um wachstumsstarke Mittelständler ausgebrochen - das treibt die Preise für den Einstieg in die Höhe. "Die Beteiligungsbranche hat erkannt, dass sie im Mittelstand die attraktivsten Investitionschancen vorfindet", sagt Stübiger.

Auch die zuletzt schlechten Wirtschaftsdaten könnten dem nichts anhaben: "Ich sehe keine Trendumkehr. Allerdings werden die Geschäftsmodelle kritischer hinterfragt."

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Finanziers bringen Know-how ein.

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