Private-Equity-Gesellschaften
Beteiligungskapital auf italienisch

In Triest, ganz weit im italienischen Osten an der Grenze zu Kroatien, sitzt eine Private-Equity-Gesellschaft der besonderen Art: Friulia Holding ist die Finanzholding der italienischen Region Friulia Venezia Giulia (Friaul-Julisch-Venetien), an der private Finanzkonzerne mehr als ein Fünftel der Anteile halten.

MAILAND. Dazu gehören Großbanken wie Banca Intesa und Unicredit ebenso wie Versicherer, darunter Generali und die Allianz-Tochter Lloyd Adriatico. Erst Ende des vergangenen Jahres haben sie ihre Beteiligung von zwölf Prozent auf 20,5 Prozent aufgestockt.

Mit einem verwalteten Volumen von 400 Mill. Euro ist Friulia der größte Finanzinvestor Italiens, wie auch die Branchenvereinigung AIFI bestätigt. Mehrheitlich in öffentlicher Hand, aber dennoch an marktwirtschaftlichen Werten orientiert, so erklärt Federico Marescotti das Konzept. Er ist Vizepräsident von Friulia und für das Private-Equity-Geschäft zuständig. Der Private-Equity-Bereich vergibt sein Geld nach klassischen Kriterien der Branche: Die Investitionen sollen Wert schaffen – „mindestens fünf Prozent Return on Investment“, erklärt Marescotti die Renditevorstellungen. Dabei spielen jedoch auch Kriterien wie der Nutzen für die Region und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit in die Entscheidung hinein.

Etwas flexibler als andere Private-Equity-Gesellschaften ist Friulia bei der Frist, die die Holding investiert bleiben kann. „Unser Zeithorizont liegt bei fünf Jahren“, sagt Marescotti, „aber da wir kein geschlossener Fonds sind, können wir auch verlängern. Das Maximum liegt bei sieben Jahren“, sagt er. Danach stellen sich auch bei Friulia die klassischen Alternativen: Börsengang oder Verkauf der Beteiligungen an andere Fonds (Secondary Buyout) oder Manager.

Dabei will sich Friulia – anders als die meisten angelsächsischen Beteiligungsfonds – nie mit mehr als 35 Prozent an den Unternehmen beteiligen. „Wir nehmen keine aktive Management-Position ein“, erklärt Marescotti, der außerhalb der Region einen eigenen Private-Equity-Fonds verwaltet. Die angelsächsischen Milliardenfonds wie Blackstone, Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und CVC streben dagegen überwiegend die komplette Übernahme der Unternehmen an. Bisher scheint die etwas andere Strategie bei Friulia aufzugehen: Derzeit liegt die Rendite auf die Investitionen (ROI) beim Beteiligungsgeschäft der Holding bei 15 Prozent.

Seite 1:

Beteiligungskapital auf italienisch

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%