Private-Equity
Investoren auf Einkaufstour

Der Mittelstand im Fokus von Finanzinvestoren: Mehr und mehr Private-Equity-Unternehmen „gönnen“ sich die Übernahme von mittelständischen Firmen. Die Investoren sind so schon die treibende Kraft hinter Fusionen und Zusammenschlüssen geworden. Die Geldgeber schalten nun sogar noch einen Gang hoch.

FRANKFURT. „Sie sind der stärkste Treiber bei Fusionen und Übernahmen“, stellt Ernst Faßbender fest, Ko-Chef der Investmentbank Lazard in Deutschland. Nach einer Studie der Beratungsgesellschaft FHP Private Equity gibt es insgesamt 1 000 mittelständische Unternehmen, die für Finanzinvestoren interessant sind. Bisher sei das Potenzial erst zu einem Zehntel ausgeschöpft worden. Triebfeder sei die hohe Zahl von anstehenden Nachfolgeregelungen in eigentümergeführten Gesellschaften. Außerdem seien junge Unternehmer aufgeschlossener gegenüber privatem Beteiligungskapital, sagt Kai Lucks, Vorsitzender des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions.

Mit Hilfe der Käufe von Private-Equity-Häusern befinden sich Mergers & Acquisitions (M&A) bereits im ersten Halbjahr auf Rekordkurs. Nach den Berechnungen des Finanzdatenanbieters Thomson Financial erreichte der Markt ein Volumen von 12,2 Mrd. Dollar in Deutschland bei Transaktionen über maximal 200 Mill. Dollar. Er lag damit bei 760 Transaktionen rund 16 Prozent höher als im ersten Halbjahr 2006, das als Gesamtjahr mit insgesamt 29,6 Mrd. Dollar bisher unerreicht ist. An der Spitze der Berater im Mittelstand steht derzeit Lazard mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent, knapp gefolgt von der Deutschen Bank (6,9 Prozent) und Morgan Stanley (5,0 Prozent).

Angesichts der aktuellen Entwicklung geht Kai Lucks, Vorsitzender des Bundesverbandes Mergers & Acquisitions, von einem neuen Rekord im laufenden Jahr aus. Das mittlere Marktsegment wuchs laut dem Berater FHP in den vergangenen zehn Jahren auf Basis des investierten Kapitals um etwa 11,5 Prozent jährlich, gemessen an der Zahl der Transaktionen aber nur um 2,5 Prozent. Das heißt, die Deals wurden größer.

Branchenbeobachter erwarten aber künftig eine stärkere Durchdringung des „kleinen Mittelstandes“, weil es insbesondere bei Unternehmenswerten unter 35 Mill. Dollar einen großen Finanzierungsbedarf gebe. Es seien viele Mittelständler zu finden, die mit Nischenprodukten erfolgreich sind und Finanzinvestoren anlocken, glaubt FHP Private Equity. Hier kommen die so genannten Berater-Boutiquen ins Spiel, für die sich die Arbeit auch bei kleineren Deals lohnt. Laut Thomson ist die Nummer eins in Deutschland Michel Dyens vor Ferber & Co und GCI Management. Dabei fällt nach der Beobachtung von Lucks auf, dass sich der Mittelstand gerade bei Finanzinvestoren als Minderheitseigentümer stärker geöffnet hat als es noch vor einem Jahr der Fall war.

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