Private Equity
Kleine Unternehmen sind ein attraktives Ziel

Weil die Finanzkrise ihren Zugang zu Fremdkapital erschwert hat, investiert die Private-Equity-Branche derzeit besonders im Mittelstand. Auch wenn am Ende eine schwächere Rendite steht, finden die Fonds hierzulande noch viele lohnende Kaufobjekte.

FRANKFURT. Die Finanzkrise hat die Arbeitsbedingungen für Private Equity deutlich erschwert. Doch zumindest im Segment kleinerer und mittlerer Unternehmen sind die Finanzinvestoren weiterhin überaus aktiv. Und derzeit sieht alles danach aus, als würde es so bleiben.

"Im Mittelstand gibt es nach wie vor zahlreiche Übernahmeobjekte. Der Dealflow ist groß", sagt Uwe Kolb, Deutschlandchef beim europäischen Private-Equity-Haus Bridgepoint. Dass es sich dabei keineswegs um das berühmte Pfeifen im Walde handelt, zeigen einige Transaktionen aus der jüngsten Zeit. So teilte Cinven beispielsweise erst vergangene Woche mit, den Lkw-Zulieferer Jost übernehmen zu wollen. Und Anfang des Monats brachte der Restrukturierungsfonds Nordwind Capital den Erwerb des insolventen Mittelständlers ISE aus dem Bergischen Land unter Dach und Fach.

Die zumindest teilweise Abkopplung der Mittelstandsfonds von der Kreditkrise hat mehrere Gründe. Private-Equity-Fonds setzen bei ihren Transaktionen in der Regel große Mengen an Fremdkapital ein. Genau das ist aber im Zuge der Turbulenzen knapper geworden. Zumal die Institute die Finanzierungen in aller Regel auf den Büchern behalten müssen und nicht an Kapitalmarktinvestoren weiterreichen können. Folglich sind die Kapazitäten begrenzt - was vor allem die großen Fonds trifft.

"Deals über einer Milliarde Euro sind nach wie vor sehr schwer zu finanzieren", sagt Bridgepoint-Manager Kolb. "Zwar ist auch in unserem Segment die Finanzierung schwieriger, langwierigerer und teuerer geworden. Aber es ist nach wie vor zu stemmen." Bis Transaktionen im Volumen von einigen Milliarden Euro wieder auf der täglichen Agenda stehen, dürfte hingegen nach Einschätzung von Experten noch eine Weile vergehen. Kaum jemand rechnet mit einer wirklichen Aufhellung vor 2009.

Bereits auf der Branchenkonferenz Super Return im Februar hatten sich Experten für das Mittelstandssegment allerdings optimistisch gezeigt. Einer Umfrage der US-Investmentbank Jefferies zufolge rechnete die Mehrheit der Befragten bei Transaktion im Volumen bis zu einer halben Mrd. Euro mit einer stabilen oder sogar steigenden Zahl von Abschlüssen. Genau diesen Trend stellte das Fachmagazin "Europe Buyout Review" auch für das vergangene Jahr fest. Das Mittelstandssegment sei der Wachstumstreiber der Branche.

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