Pro-Credit-Banken
Markt für Kleinkredite wächst

Die Pro-Credit-Banken erwarten in diesem Jahr eine deutliche Ausweitung des weltweiten Geschäftsvolumens. In Zukunft wollen sie verstärkt auf das Einlagengeschäft setzen.

KIEW. Die Pro-Credit-Gruppe, die sich auf die Vergabe von Mikrokrediten an Kleinunternehmer spezialisiert hat, erwartet in diesem Jahr ein anhaltend rasantes Wachstumstempo. Das Kreditportfolio der „Bank der kleinen Leute“ werde im laufenden Jahr knapp zwei Mrd. Euro erreichen, nach 1,5 Mrd. Euro im Vorjahr, sagte Dirk Haböck, Geschäftsführer der Pro-Credit-Bank in der Ukraine, anlässlich eines Arbeitsbesuchs von KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Matthäus-Maier in Kiew. An der Muttergesellschaft Pro-Credit-Holding in Frankfurt ist die KfW Bankengruppe mit 13 Prozent beteiligt, weitere Anteilseigner sind internationale private und öffentlich-rechtliche Institute.

Die weltweit 19 Pro-Credit-Banken mit über 400 Filialen wollen Entwicklungspolitik und Marktwirtschaft unter einen Hut bringen. Dazu vergeben sie kleine und kleinste Kredite - zum Teil über nur 50 Dollar - an Unternehmer in Afrika, Südamerika und den Ländern in Osteuropa, die sich im Übergang von der Plan- in die Marktwirtschaft befinden.

Ziel ist es, den jeweiligen Geschäftsbanken vorzumachen, dass auch mit Mikrokrediten gute Gewinne zu erzielen sind. Dies soll die etablierten Banken vor Ort dazu bringen, ihre Vergabe auf Kleinunternehmer auszudehnen.

Laut Haböck liegt der Durchschnittskredit weltweit bei etwa 3000 Dollar. In Osteuropa liegt er höher, in der Ukraine seien es beispielsweise 6000 Dollar im Schnitt, erklärt Haböck. Abgelehnt würden nur zehn bis 20 Prozent. „Wir nehmen den kleinen Kunden ernst und geben ihm bis zu 10 000 Dollar besicherungsfrei und das selbst dann, wenn die Buchhaltung nicht westlichen Gepflogenheiten entspricht“, sagt der Pro-Credit-Manager.

Am Beispiel der Ukraine könne man sehen, dass das Konzept der Pro-Credit-Gruppe aufgehe. Mittlerweile gebe es dort fünf bis sechs Wettbewerber im Markt. Ohnehin weckt der ukrainische Bankenmarkt verstärkt Interesse. Verschiedene ausländische Banken haben sich in den vergangenen Jahren engagiert. Zu den größten Transaktionen zählt bisher die Übernahme der größten ukrainischen Bank, der Aval Bank, durch die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB) sowie der Kauf der Ukrsocbank durch die italienische Intesa Anfang dieses Jahres.

In Zukunft würden die Pro-Credit-Filialen auch verstärkt auf das Einlagengeschäft setzen, sagte Haböck. „Wir wollen das Geld, das unter den Matratzen liegt, wieder in den Kreislauf bringen“, so der Mikrokredit-Manager. KfW-Vorstand Matthäus-Maier kündigte an, dass demnächst verstärkt Mikrokredit-Portfolien verbrieft würden. Die institutionellen Investoren am Kapitalmarkt zeigten zunehmendes Interesse an solchen gebündelten Produkten.

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