Probleme des Mittelstands
Kleine Anbieter leiden unter Preisdruck

Immer mehr mittelständische Facility Manager kommen mit dem wachsenden Preisdruck der Branche schlecht zurecht. Oft weichen sie auf Nischenmärkte aus oder wechseln in die Beratung.

KÖLN. Renó Hirsch ist sauer auf die großen Gebäudemanagement-Dienstleister. Die drängen aus seiner Sicht kleinere Anbieter mit ruinösen Preisen aus dem Mark. „Es gibt bei Ausschreibungen immer einen oder zwei, die einen Verlust hinnehmen, um ein Haus als Referenz zu haben“, sagt er - oder um beim gleichen Kunden weitere Aufträge zu ergattern. Mit ihren 2,5 Mill. Euro Umsatz im Jahr könne seine Leipziger Firma Hirsch Gebäude-Management da nicht mithalten. Zumal die große Konkurrenz auch noch die Vorleistungen billiger kriege, zum Beispiel die Wartungsverträge mit Aufzug-Technikern. „Die können ganz anders verhandeln.“

Die Preise in der Facility-Management-Branche sind im Keller. Zum Beispiel im technischen Gebäudemanagement, bei dem Dienstleister Anlagen warten und sich um die Energieflüsse im Haus kümmern: Dafür hätten die Unternehmen 1995 zwölf bis vierzehn Euro pro Quadratmeter und Jahr verlangen können, sagt Geschäftsführer Uwe Rotermund von der Facility-Management-Beratung M+P Consulting. Heute lägen die Preise bei drei bis fünf Euro.

Von diesem Preiskampf profitieren die großen Unternehmen. Laut einer Analyse der Marktforscher von Lünendonk haben die größten zehn Anbieter auf dem Markt ihren Umsatz im Jahr 2004 durchschnittlich um zehn Prozent gesteigert - die restlichen aber nur um 1,6 Prozent. Viel Gewinn bleibt da angesichts des aktuellen Preisniveaus nicht übrig. Und jedes vierte Unternehmen hat Lünendonk zufolge sogar an Umsatz verloren.

Ordentlich in Schuss halten könne man Gebäude zu den derzeitigen Konditionen nicht, sagt Berater Uwe Rotermund. Die Folge: Einige Kunden verlangten schon, dass die Dienstleister ihre Preiskalkulation offen legen - um herauszufinden, ob der Dienstleister ein Dumpingangebot gemacht hat und hinterher schlampt.

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