Prognose
Maschinenbauer erwarten 2011 kräftiges Wachstum

Nach der rasanten Aufholjagd im laufenden Jahr sieht der deutsche Maschinen- und Anlagenbau auch für 2011 ein Produktionswachstum. Die Geschwindigkeit dürfte aber nachlassen.
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HB MÜNCHEN. Nach der rasanten Aufholjagd im laufenden Jahr hat der deutsche Maschinen- und Anlagenbau auch für 2011 ein deutliches Wachstum in Aussicht gestellt. Dann dürfte die Produktion um acht Prozent zulegen, nach voraussichtlich sechs Prozent in diesem Jahr. Das sagte der scheidende Präsident des Branchenverbandes VDMA, Manfred Wittenstein, am Donnerstag in München. „Seit Sommer 2009 geht es mit dem Bestelleingang wieder bergauf“, sagte Wittenstein.

In den ersten acht Monaten dieses Jahres hätten die Aufträge im Jahresvergleich um ein gutes Drittel zugelegt, sagte Wittenstein. „Die Konjunktur ist 2010 gut in Fahrt gekommen.“ Die starke Dynamik habe auch die Branche selbst überrascht. Deshalb hatte der Verband auch Mitte September seine Produktionsprognose für dieses Jahr von plus drei auf plus sechs Prozent verdoppelt.

Damit dürfte die Maschinenproduktion dieses Jahr ein Volumen von 160 Milliarden Euro erreichen, das wäre in etwas das Niveau aus den Jahren 2005 und 2006. Im kommenden Jahr werde man dann mit voraussichtlich rund 175 Milliarden Euro wieder fast so gut abschneiden wie im Vor-Krisenjahr 2007. Absolutes Boom-Jahr für die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer war 2008 mit einem Produktionsvolumen von 196 Milliarden Euro.

Bei der Aufholjagd profitieren die Unternehmen neben der Auslandsnachfrage mittlerweile auch zunehmend von der Erholung des Inlandsgeschäfts. Die Exporte legten von Januar bis Juli nominal um 5,7 Prozent zu auf 69,5 Milliarden Euro. Vor allem in die Schwellenländer China und Brasilien registrierte der Verband einen kräftigen Lieferschub um knapp 23 beziehungsweise fast 40 Prozent. Aber auch die Exporte nach Russland, das im vergangenen Jahr noch sehr enttäuscht habe, und in die USA legten wieder deutlich zu um 9 beziehungsweise gut 6 Prozent.

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  • Ende 2008 haben die Maschibauer mit Sicherheit den Himmel ebenfalls voller Geigen hängen sehen. Das entpuppte sich dann aber leider als herannahendes bombergeschwader.
    industrieunternehmen gelten mit ihren Prognosen als ultraprozyklisch und dass heißt dann meist: Je euphorischer desto mehr liegen sie daneben.
    Gilt übrigens auch für "Armageddongeheule" als anderes Extrem...
    Teilweise mag man das mit der extremen Schwankungsanfälligkeit vieler industriebranchen (Maschibauer ganz besonders) begründen und entschuldigen können aber zu einem gewissen Teil ist das einfach nur tumbes, absolut intellektfreies Verlängern bestehender Trends mit dem Lineal.

  • Der Aufschwung ist da! Oder doch nicht?!
    Schön dass es sie noch gibt, die guten Nachrichten in schweren Zeiten. So prescht der deutsche Maschinebau voran und verkündet einen wahren boom. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht sich einem Goldrausch gleich neue Höhen in der Produktion erklimmen. Dies untermauert er auch gleich mit Zahlen.
    Doch Augenblick, wie ist das immer mit Statistiken...
    Dann wollen wir uns den verkündeten Zahlen einmal annehmen.
    Nehmen wir an, die Produktionszahlen lagen Ende 2008 bei 100%. 2009 verringerte sich diese Zahl laut VDMA um 24,5%. Ziehen wir also 24,5% von 100% ab, lagen wir Ende 2009 bei 75,5% Produktion.
    Nun wird für 2010 ein Wachstum von 6% gesehen. Würde rein rechnerisch bedeuten, wir multiplizieren 75,5% mit 1,06, so haben wir Ende 2010 eine Auslastung im bereich von ca. 80% im Vergleich zu 2008 erreicht.
    Aber hier geht es ja erst los, denn nun prognostizieren wir schnell für 2011 ein Plus von etwa 8%. bedeutet für uns, wir multiplizieren die 80% vom Ende des Jahres 2010 mit 1,08 und erhalten die Produktion für 2011. Also nicht einmal 87%.
    Wir haben, und hier setzen wir einfach mal optimistische Zahlen des Verbandes voraus, unter optimalen bedingungen sogar Ende 2011 immer noch ein Produktionsdefizit von 13% im Gegensatz zum Jahr 2008.
    Das wiederrum hieße, das Wachstum muss sowohl im Jahr 2012, als auch im Jahr 2013 bei 8% erhalten bleiben, um bei etwa 101% der Produktion im Maschinenbau des Jahres 2008 zu liegen.
    Was nun unserer Vorgabe zur Verringerung von CO2-Austoß sicher entgegen kommt, führt mit zunehmender Dauer zu neuen Verwerfungen am Arbeitsmarkt. Und wie optimistisch muss man denken, um die Wachstumszahlen der nächsten DREi Jahre jeweils im hohen einstelligen bereich zu sehen?

    Was hier als Mega-Aufschwung gefeiert wird, stabilisiert sich hoffentlich auf niedrigem Nivea. Nicht, dass wir nachher wieder vor einem Haufen Scherben stehen und die ganze branche mit Kurzarbeitergeld retten müssen.

  • Es wird Zeit, dass die Politik die Einwanderung von ingenieuren und informatikern freigibt. Die guten Leute sind in einer Festanstellung, der Rest oder bodensatz kann nicht eingesetzt werden und kann auswandern. Falls die Politik den Zeitpunkt verschläft, werden wir unsere Firmen ins Ausland verlagern. basta!

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