Projekt zur mittelstandsfreundlichen Verwaltung
Der richtige Kontakt zum Unternehmen

Im Rahmen eines vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes versucht der Rhein-Kreis Neuss eine Optimierung seine Verwaltungsabläufe und -dienste, dem ein intensiver Dialog mit den Unternehmen in der Region vorausgegangen war.

HB NEUSS. Die wirtschaftsfördernden Aktivitäten der Gemeinden, Städte und Kreise haben sich in den letzten Jahrzehnten vorrangig auf die Bereitstellung von Gewerbeflächen, die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur oder auf die Entwicklung von speziellen Angeboten für ausgewählte Zielgruppen – zum Beispiel Existenzgründer – konzentriert. Seit Ende der 90er Jahre widmen sich die Kommunen verstärkt auch einer Verbesserung der Zusammenarbeit von Verwaltungen und Unternehmen.

Doch bei der Frage, wie Verwaltungen unternehmensfreundlicher handeln können, stehen viele Kommunen und ihre Behörden vor einer schwierigen Aufgabe. Im Rahmen eines vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes versucht der Rhein-Kreis Neuss seit Ende 2002 eine Optimierung seine Verwaltungsabläufe und -dienste, dem ein intensiver Dialog mit den Unternehmen in der Region vorausgegangen war.

Die Wirtschaftsförderung des Kreises entwickelte gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden zu Beginn des Projektes im September 2002 zunächst eine Umfrage. Darüber hinaus führten die Wirtschaftsförderer mit über 100 Unternehmensvertretern persönliche Gespräche, um die Schwachstellen der Verwaltung zu ermitteln. Die ersten Ergebnisse: Überarbeitete Formulare und Bescheide, spezielle Parkausweise für Handwerksunternehmen, beschleunigte Zahlungsvorgänge und eine bessere Erreichbarkeit der Mitarbeiter.

Vor allem aber waren die langwierigen Genehmigungsverfahren ein Ärgernis. Die Unternehmen forderten eine Transparenz der Verwaltungsabläufe. Ob bei Baugenehmigungsverfahren, Genehmigungen für Schwerlasttransporte, zur Durchführung von Bauarbeiten im Straßenraum, wasserrechtliche Erlaubnisse oder das Gewerbemeldeverfahren – die Firmen bemängelten verlässliche eindeutige Regelungen. So gab es Fälle, in denen Antragssteller bis zu einem Jahr auf ihre Baugenehmigung warten mussten.

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