Projektgesellschaften
Alternative Finanzierer spüren Aufwind

Mittelständler müssen hoffnungsvolle Projekte auch in Zeiten der Finanzmarktkrise nicht zurückstellen. Als Alternative zum klassischen Bankkredit können sich Firmen auch über Projektgesellschaften finanzieren - und so bis zu 20 Mio. Euro Förderung erhalten.

BERLIN. Wachstumsstarke Mittelständler müssen hoffnungsvolle Projekte auch in Zeiten der Finanzmarktkrise nicht zurückstellen. Als Alternative zum klassischen Bankkredit etwa für die Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten aber auch für den Kauf von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen kommt eine Finanzierung über eine Projektgesellschaft in Frage.

Diese wird durch Fremdinvestoren mit Eigenkapital ausgestattet. Sie firmiert als Kommanditgesellschaft und ist rechtlich vom eigentlichen Unternehmen getrennt. Im Kern wird die zweckgebundene Finanzierung des Unternehmens also ausgelagert und macht sich in der Bilanz nicht bemerkbar. Durch diese Bilanzverkürzung erhöht sich tendenziell die Eigenkapitalquote. Das wiederum erhöht die Bonität, was sich positiv auf das Rating des Unternehmens auswirkt. Zwar ist ein klassischer Bankkredit in der Regel etwas günstiger als Eigenkapital, doch das komplette Bild ergibt sich erst, wenn alle Aspekte berücksichtigt sind.

Zu den Anbietern dieser alternativen Finanzierung gehört die Partner Fonds AG, die im bayerischen Planegg ihren Sitz hat. Der Partner Fonds "Kapital für den Mittelstand" richtet sich nach den Worten von Vorstandsmitglied Marc Henning Diekmann an erfolgreiche und etablierte Unternehmen, die expandieren wollen.

Diekmann sieht seinen Fonds unter dem Strich als Gewinner der Finanzmarktkrise. Das liege an der Zurückhaltung der Banken bei Krediten, was dazu führt, dass Unternehmen bereit sind, bei alternativen Finanzierern Geld zu beschaffen. Doch die Finanzmarktkrise, die mittlerweile auf die Realwirtschaft durchgeschlagen ist, führt natürlich auch dazu, dass weniger investiert wird.

Der Partner Fonds stellt Mittel zwischen einer und 20 Mio. Euro zur Verfügung über eine durchschnittliche Laufzeit von fünf Jahren. "Am wohlsten fühlen wir uns in einer Bandbreite von drei bis neun Mio. Euro", gibt Diekmann zu verstehen. Zu den Finanziers von Partner Fonds zählen private und institutionelle Investoren. Der seit 2003 bestehende Fonds hält Beteiligungen in Höhe von 141 Mio. Euro an mehr als 40 Unternehmen. Der Großteil dieser Unternehmen erzielt Umsätze zwischen 80 Mio. Euro und 300 Mio. Euro.

Voraussetzung für ein Engagement der Kapitalgeber ist mindestens ein BB-Rating für Unternehmen von einer unabhängigen mittelständischen Ratingagentur. Dieses BB-Rating orientiert sich an der Klassifizierung der Ratingagentur Standard & Poor`s. Das von Partner Fonds eingesetzte Kapital soll eine Rendite von acht bis 15 Prozent bringen. Dabei gilt der Grundsatz, je besser das Rating des Unternehmens, desto geringer die Renditeerwartungen.

"Wir sind eigentlich ein Wachstumsfinanzierer", beschreibt Diekmann das Selbstverständnis von Partner Fonds. Banken hätten sich schon in der Vergangenheit außerordentlich schwer getan, Wachstumssprünge von Unternehmen zu finanzieren. "Die Banken kommen wieder, wenn der Umsatz nachhaltig ist. Wir stehen zur Verfügung, wenn die Investition geplant ist." Beispielhaft verweist Diekmann auf vielversprechende Forschungs- und Entwicklungsprojekte von Unternehmen. "Wir können die Entwicklung finanzieren, die zu einem Patent führt."

Auch bei der Finanzierung des Umlaufvermögens kann Partner Fonds behilflich sein - beispielsweise bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Diekmann verweist auf einen Holz verarbeitenden Betrieb, der Pellets herstellt. Um nicht unnötig viel Holz lagern zu müssen, könne eine Projektgesellschaft zwischengeschaltet werden, die das Holz einkauft, die Lieferanten bezahlt, das Holz lagert und dem Unternehmen nach Bedarf zur Verfügung stellt. "Wir bieten mit anderen Worten mehr Liquidität für das Unternehmen, erweitern die Finanzierungsmöglichkeiten und verkürzen die Bilanzstruktur", so Diekmann. Das operative Geschäft des Unternehmens werde nicht angetastet.

Die avisierte Laufzeit des Fonds-Engagements von fünf Jahren ist für den Partner Fonds nicht in Stein gemeißelt. Die Frist könne verlängert werden oder bei Bedarf auch problemlos beendet werden. In der Regel kämen die Unternehmen allerdings auf den Geschmack.

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