Prozessauftakt in Düsseldorf
Franjo Pooth: Abwesend, aber allgegenwärtig

Am Dienstag ist ein Zivilprozess gegen den insolventen Unternehmer Franjo Pooth eröffnet worden. Die Commerzbank fordert 1,75 Millionen Euro von ihm. Das Interesse der Medien war groß, zumal der Mann von TV-Sternchen Verona Pooth sein Erscheinen vor Gericht als „selbstverständlich“ angekündigt haben soll.

Für eine knappe Stunde lässt sich im Düsseldorfer Landgericht ein repräsentativer Querschnitt der deutschen Medienlandschaft besichtigen: Fernsehsender, Radio, Nachrichtenagenturen, Zeitungen – alle sind wegen des insolventen Unternehmers Franjo Pooth in den Gerichtssaal R 265 gekommen.

Der schuldet 461 Gläubigern insgesamt 19 Millionen Euro. Die Commerzbank ist eine der größeren Gläubiger von Pooth und hatte ihm einen Dreimillionenkredit gegeben. Dafür hatte Pooth mit einer Summe von 1,75 Millionen Euro aus seinem Privatvermögen gebürgt. Nachdem zu Beginn des Jahres das Insolvenzverfahren gegen Pooths Elektronikfirma Maxfield eröffnet wurde, will die Commerzbank jetzt Bares sehen.

Rund 40 Journalisten und Schaulustige wollen im Landgericht aber zunächst einmal den einstigen Erfolgsunternehmer zu Gesicht bekommen, der zugleich Ehemann von TV-Sternchen Verona Pooth ist. Doch der schickt lediglich seinen Anwalt vor. Horst Rainer Pfaff kommt an Krücken in den kargen Saal gehumpelt. Unwirsch wehrt er alle Fragen ab. „Lassen Sie uns hier erst mal konzentriert arbeiten.“ Kameraleute stolpern über die Krücken, die am Tisch lehnen. Foto-Kameras klicken und halten fest, wie der Anwalt mit den dezent gegelten Haaren seine Akten auf den Tisch packt.

Das Landgericht in Düsseldorf wirkt von Außen imposant. Der Saal R 265 ist aber ziemlich klein und versprüht mit seinen Stahlrohrtischen und geweißten Wänden wenig Charme. Während die Journalisten schwitzen und schreiben, stellt Richterin Annette Lehmberg fest, dass bei diesem Zivilprozess „auf die Anwesenheit von Herrn Pooth verzichtet werden kann“.

In der kommenden halben Stunde sagt sie, dass Franjo Pooth der Commerzbank schriftlich zugesichert habe, für den Millionenkredit mit seinem Privatvermögen zu haften. Dass zwischen dieser Bürgschaft und der realen, wirtschaftlichen Situation von Franjo Pooth ein krasses Missverhältnis geherrscht habe. Und dass es sich um ein Güteverfahren handle, in dem ein Vergleich möglich sei.

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