Prozessoptimierung
Berater machen die Logistik flott

Spezielle Berater können Unternehmen helfen, ihre Logistik-Prozesse zu optimieren. Obwohl die strategischen Helfer nicht ganz billig sind, haben sie auch in der Krise regen Zulauf. Viele Mittelständler hoffen, die Kosten mit einer reibungslos funktionierenden Logistik zu kompensieren.

KÖLN. Wenn guter Rat gefragt ist, schlägt ihre Stunde: Berater haben in Krisenzeiten Hochkonjunktur. Dabei sollen sie oft nicht nur strategische Ratschläge geben, sondern bestimmte Unternehmenssparten auf Vordermann bringen, die besonders viel Geld kosten. So zum Beispiel die Logistik.

Logistik-Berater haben deshalb derzeit regen Zulauf. "Das ist ein wachsender Zweig", bestätigt Logistik-Professor Peter Klaus von der Universität Erlangen-Nürnberg. Mittelständler, die Beratungsangebote in Anspruch nehmen wollen, können zwischen verschiedenen Arten von Beratern wählen. Zum einen gibt es Transport- und Lagerlogistiker, die parallel auch Beratungen anbieten. Viele Unternehmer schätzen an diesem Konzept, dass sich die Spediteure besonders gut im Markt auskennen. Die meisten dieser Rundum-Spezialisten hoffen, nach der Beratung auch den entsprechenden Auftrag zu bekommen: Sie beraten nur, wenn sie die Logistik-Optimierung auch übernehmen können.

Einige von ihnen übernehmen allerdings, um ihre Unabhängigkeit bei der Beratung zu wahren, grundsätzlich nicht die Umsetzung der Projekte. Andere wiederum beraten aber nur, wenn sie die Logistik-Optimierung auch übernehmen können. Ein typisches Beispiel ist das Logistik-Unternehmen Dachser. "Wir bieten Beratung und Realisierung nur gemeinsam an", sagt Strategie-Bereichsleiter Andreas Froschmayer.

Die Dachser-Mitarbeiter wollen zusammen mit ihren Kunden feststellen, welche Bereiche der Logistik diese am besten zu einem Dienstleister auslagern. "Und dann raten wir das, was wir auch umsetzen können", betont Froschmayer. So sollen die Beratungen möglichst praxisnah sein.

Unabhängige Berater, die sich die Logistikabläufe eines Unternehmens sehr grundsätzlich ansehen, seien aber als Erstberater gelegentlich sinnvoller, räumt Froschmayer ein. Solche freien Berater bieten ihre Leistungen entweder für ein spezielles Logistik-Feld oder für mehrere Bereiche auf einmal an, zum Beispiel sowohl für interne als auch für externe Logistikprozesse. "Zuerst erstellen wir eine Analyse", erklärt der Geschäftsführer der unabhängigen Logistik Dr. Schaab und Partner, -Beratung Hans Christian Siegert. Manchmal bleibt es bei der Analyse, einige Kunden wünschen aber auch ein Konzept, das ihnen sagt, was sie am besten ändern sollten, oder sie wollen bei der Realisierung der Änderungen begleitet werden.

Eine solche Rundum-Beratung kann teuer werden: Bis zu 750 000 Euro nimmt das Unternehmen Dr. Schaab für seine Dienste. Dabei beanspruchen die Experten für sich, ebenso praxisnah zu arbeiten wie ihre Kollegen, die selbst in der Logistikbranche tätig sind. Um sicher zu gehen, dass sie einen praxisnah arbeitenden Logistik-Berater engagieren, bleibt Unternehmern nur der Blick auf dessen Referenzen.

Besonders Mittelständler setzen deshalb oft auf persönliche Empfehlungen. Wem die Unabhängigkeit der Logistik-Berater besonders wichtig ist, sollte sich an einen Wissenschaftler wenden. Viele Forschungsinstitute wie das Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik (IML) forschen nämlich nicht nur, sondern bieten auch Beratungen an. Die Unabhängigkeit kann hier allerdings zum Fallstrick werden - wenn die Analysen gelegentlich zu abstrakt und praxisfern geraten.

Für welche Art von Beratern Mittelständler sich auch entscheiden, um ihre Logistik-Prozesse zu optimieren - sie nehmen deren Dienste der Krise wegen generell immer mehr in Anspruch. "Es gibt viele Unternehmen, die gerade jetzt ihre Logistik optimieren wollen", sagt Hans Christian Siegert von der Beratung Dr. Schaab. "Die Zahl der Rationalisierungsprojekte steigt." Vor allem Unternehmen, die viele Vertriebsniederlassungen und deshalb auch Lager im Ausland haben, prüfen seiner Erfahrung nach derzeit sehr genau, welche dieser Standorte tatsächlich nötig sind, um Kunden rasch beliefern zu können. "Gerade jetzt lagern viele Unternehmen Logistik-Prozesse aus und beschränken sich auf ihre Kernkompetenzen", sagt auch Andreas Froschmayer von Dachser. Er erwartet 2009 jedenfalls mehr Aufträge als 2008.

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