Qualität der Regranulate steigt
Teures Erdöl macht Recycling-Kunststoff salonfähig

Der Anteil an wiederverwertetem Material in der Kunststoffverarbeitung steigt. Dank der hohen Rohstoffpreise lohnen sich jetzt auch technisch komplizierte Verfahren zur Aufbereitung von Abfallprodukten.

KÖLN. Es begann Anfang der Neunziger Jahre mit einer Parkbank. Sie war grau, grob und geriet aus der Form, wenn sie in der Sonne zu heiß wurde. Sie war das erste bekannte Recycling-Produkt auf dem Markt - und schien anfänglich ein Flop zu sein. Doch sie hat überlebt: Heute gibt es die Bank in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen. Viele andere Produkte aus wiedergeborenem Plastik haben sich hinzugesellt. Vom Autoteil über Blumenkästen bis zum schwarz-grauen Beistelltisch „PS Bölsö“ des Möbelhauses Ikea.

Die Menschen mögen Recycling: Laut einer Allensbach-Studie finden mehr als 70 Prozent der Deutschen, dass Recycling das beste Konzept zur Abfallbeseitigung ist. Neun von zehn Bürgern trennen ihren Müll. Mehr als 66 Prozent des Abfalls werden wiederverwertet.

Aber nicht nur Verbraucher begrüßen die Ressourcenschonung, auch für die Kunststoffverarbeitende Industrie lohnt das Geschäft mit den aufbereiteten Körnchen, sogenannten Regranulaten. In vielen Bereichen sind sie eine kostengünstige Alternative zu Kunststoff-Granulaten, die frisch aus Erdöl hergestellt wurden.

Weil das für fast alle Kunststoffe gilt, macht sich der hohe Ölpreis direkt auf dem Recyclingmarkt bemerkbar. „Der Preis für neuwertige Granulate steigt natürlich, wenn der Rohstoff teurer ist“, erklärt Norbert Völl, Pressereferent bei der Duales System Deutschland GmbH (DSD). Die Frage, ob Kunststoff in gleicher Qualität zu einem günstigeren Preis beschaffbar ist, werde dann interessanter. „Die gleiche Qualität ist dabei der Knackpunkt“, meint Völl. „Wenn die gegeben ist, steigt mit dem Ölpreis auch die Nachfrage nach Regranulaten.“ Die Qualität der Regranulate steigt ständig, denn neben Sortenreinheit und Beschaffenheit der Abfälle ist dafür auch die Aufbereitung ausschlaggebend. Und bei hohen Verkaufspreisen lohnen sich auch aufwändigere Verfahren. „In einzelnen Fällen steigen die Preise für Kunststoff-Regranulate sogar fast bis auf das Niveau von Neuware“, so Experte Völl.

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