Rahmenbedingungen fürs Geschäft
Osteuropas Länder wechseln auf die Überholspur

Wer eine Geschäftsidee umsetzen will, der hat es in den osteuropäischen Ländern immer leichter. In einer Studie der Weltbank kommen die Staaten des früheren Ostblocks durchgängig auf hervorragende Noten, wenn es um die Rahmenbedingungen fürs Geschäft geht. Einige von ihnen laufen sogar vielen asiatischen und auch einigen westeuropäischen Ländern den Rang ab.

WASHINGTON. Mit Estland, Georgien und Lettland befinden sich inzwischen bereits drei Länder aus dieser Region unter den 25 Besten. Damit hat Osteuropa sogar vielen asiatischen und auch einigen westeuropäischen Ländern den Rang abgelaufen, die bislang noch vorne gelegen haben.

Das ist die größte Überraschung, die sich aus der Bewertung der jüngsten Untersuchung „Doing Business“ der Weltbank ergibt, die am heutigen Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Studie hat sich in ihrem fünften Jahr als bedeutender Gradmesser für die Reformfreude und die Bereitschaft zum Bürokratieabbau eines Landes etabliert.

Spitzenreiter sind nach wie vor Singapur, Neuseeland, die USA und Hongkong. Danach folgen die europäischen Staaten Dänemark und Großbritannien. Deutschland findet sich hinter Belgien und vor den Niederlanden auf Platz 20. Am Ende der Liste mit 178 Ländernamen rangieren zwar vornehmlich Länder aus Afrika mit der Demokratischen Republik Kongo als Schlusslicht. Allerdings durchlitt die DR Kongo in der jüngeren Vergangenheit auch einen der schlimmsten Kriege auf dem afrikanischen Kontinent. Und gleichzeitig gibt es andere afrikanische Länder, die große Erfolge verzeichnen. Mauritius etwa ist im Ranking auf Platz 27 geklettert. Aufsteiger sind auch Kenia und Ghana.

Werden Rahmenbedingungen erleichtert, so zahlt sich das direkt aus. So kommen etwa in Georgien auf 100 Einwohner 15 registrierte Firmen. Das Land im Kaukasus liegt damit gleichauf mit Malaysia. Knapp dahinter belegen Tschechien, die Slowakei, Estland und Polen die weiteren Plätze. Einige der neuen Geschäftsideen in Osteuropa haben es schon zu Weltgeltung gebracht, wie etwa die estnische Firma Skype mit ihrem Angebot der Internettelefonie.

Deutschland, das sich gegenüber dem Vorjahr leicht um einen Platz verbessert hat, wird von der Weltbank für Verbesserungen bei der Registrierung von Unternehmen gelobt. Diese sei nun elektronisch möglich, was die Wartezeit verringere. Online könnten in Deutschland auch kleinere Klagen vor Gericht eingereicht werden. Negativ vermerkt wird allerdings, dass Deutschland die Gebühren für die Registrierung angehoben hat – das Land findet sich bei diesem Kriterium in der Gesellschaft von Paraguay und Zimbabwe. Wie im Vorjahr auf einem guten vierten Platz liegt Deutschland bei der Kreditbeschaffung, hinter Großbritannien, Hongkong und Australien. Trotz Änderungen bei den Arbeitsmarktgesetzen nimmt Deutschland jedoch einen bescheidenen Platz 137 ein, wenn es um die Einstellung von Mitarbeitern in Unternehmen geht.

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