Rainer Schulz, Rehau
Wo der Einkäufer Innovation ordert

Zu den Kernaufgaben des modernen Einkäufers gehört auch die gezielte und eigenständige Suche nach Innovationen. Rainer Schulz, Chefeinkäufer beim Kunststoffunternehmen Rehau, ist darum weltweit im Einsatz macht seine Lieferanten zu Ideenschmieden.

KÖLN. Rainer Schulz hat nicht einen Arbeitsplatz, er hat 198 - verteilt über den gesamten Globus. Über so viele Standorte verfügt der deutsche Mittelständler Rehau, ein Spezialist für polymere Kunststoffe. Schulz verantwortet in der Geschäftsführung die Ressorts Produktion, Technik und Einkauf und bereist von der Schweiz aus die zahlreichen Filialen von Australien bis Argentinien. "Unser großes Potential liegt darin, die weltweiten Ideen zu nutzen", sagt Schulz. Der Chief Operating Officer (COO) schaut sich viel versprechende Innovationen am liebsten persönlich vor Ort an: "Ich bin eigentlich ständig unterwegs."

Das heute weltweit agierende Unternehmen trägt seinen Gründungsort im Namen, ein kleines Städtchen in Oberfranken mit knapp 10 000 Einwohnern. Dort begann 1948 Helmut Wagner, herkömmliche Materialien durch Kunststoffe zu ersetzen. Heute eifern ihm rund 15 000 Mitarbeiter in den Geschäftsfeldern Automobil, Bau und Industrie nach. Jedes dritte in Europa hergestellte Auto fährt mit Rehau-Teilen, seien es Stoßfänger, Kotflügel oder Lüftungsmodule. Für den Bausektor liefert Rehau Fenstersysteme, aber auch Gebäude- und Fassadentechnik. Die Industriesparte bedient Möbel- und Hausgerätehersteller genauso wie renommierte Flugzeugbauer. Mitunter tauchen Rehau-Entwicklungen auch in ganz unvermuteten Zusammenhängen auf, etwa in der Anlaufspur auf der Skisprungschanze in Garmisch-Partenkirchen.

Vom fränkischen Kleinbetrieb hat sich das Unternehmen längst zum weltweit tätigen Konzern entwickelt. Um weiteres Wachstumspotential zu erschließen, ist Rehau stets auf der Suche nach neuen Impulsen. "Für uns ist das Innovationsmanagement entscheidend, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein", sagt Veit Wagner, einer der beiden Söhne des Gründers, die im Jahr 2000 die Firmenleitung übernahmen.

Neben den Innovationen, die im Unternehmen selbst entstehen, stützt sich die Suche besonders auf das Zusammenspiel mit den weltweit knapp 1 800 Lieferanten im Einkauf. Hier hat Rehau ein detailliertes Konzept entwickelt, das die zahlreichen Partner systematisch analysiert und in ihrer Bedeutung für Rehau bewertet. Zentrales Kriterium sind dabei die Innovationen. "Wir erwarten von einem Lieferanten nicht nur, dass er neue Ideen hat. Wir fordern das ein", sagt Schulz.

Für sein Einkaufsmanagement erhielt Rehau bereits vor einigen Jahren den Innovationspreis des Bundesverbandes Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME). Und die Begründung ist im schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umfeld aktueller denn je: "Der Einkauf nutzt seine Zusammenarbeit mit den Lieferanten, um neuartige Lösungen ins Unternehmen hineinzutragen", sagt der BME-Vorstandsvorsitzende Jürgen Marquard. Denn neue Produktfelder gibt bei Rehau nicht nur die Konzernführung vor. Stattdessen bringt auch der Einkauf oder eben auch externe Partner neue Ideen ein.

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