Ranking
Europas Top 50: Börsenfern, verschwiegen, erfolgreich

Nicht an der Börse zu sein, ist für viele Firmen ein Segen. Sie können in Ruhe arbeiten ohne Druck, alle drei Monate Quartalszahlen vorzulegen. Deutsche Firmen sind auch im diesjährigen Top-50-Handelsblatt-Ranking der nicht-börsennotierten Unternehmen Europas weit vorne. Sie sind die geheime Stärke unserer Wirtschaft. Welche Unternehmen spitze sind.

DÜSSELDORF. Der in Deutschland kaum bekannte Rohstoffhändler Vitol kletterte mit einem im Jahr 2008 erzielten Umsatz von 137 Mrd. Euro auf die Top-Position – Hintergrund sind die im vergangenen Jahr kräftig gestiegenen Rohstoffpreise. Vitol ist einer der großen Händler von Öl, Gas und Chemikalien in Europa.

Die Niederländer verdrängten das Schweizer Unternehmen Glencore auf den zweiten Platz mit 109 Mrd. Euro, das im Vorjahr noch die Nummer eins war. Neben dem Rohstoffhandel besitzt Glencore über Beteiligung am Bergbauunternehmen Xstrata eigene Minen und hält einen Anteil am russischen Alukonzern Rusal. Zum Vergleich: Daimler ist mit einem Umsatz von 95,9 Mrd. Euro deutlich kleiner als beide Konzerne.

27 Unternehmen im Top-50-Ranking kommen aus Deutschland – angeführt auf Platz drei von der Einzelhandelsgruppe Schwarz (Lidl) mit 53,5 Mrd. Euro. Von den Top 25 sind elf aus Deutschland. „Damit haben sich die deutschen Unternehmen gut geschlagen und eine beachtliche Marktposition innerhalb Europas erobert“, urteilt Christoph Achenbach, Geschäftsführer und Partner der Unternehmensberatung Intes aus Bonn. Und das mit großem Vorsprung. Zum Vergleich: Die Schweiz, die Niederlande und Großbritannien sind jeweils mit vier Unternehmen unter den Top-50 vertreten, Finnland mit zwei, Schweden einmal – mit Ikea – und Italien mit Ferrero einmal und zwar auf Platz 49. Zusammen beschäftigen alle Top-50-Unternehmen immerhin 3,7 Millionen Mitarbeiter.

Insgesamt fällt auf: Die 50 größten nicht-börsennotierten Unternehmen Europas sind doppelt so schnell gewachsen wie die Dax30-Unternehmen in demselben Zeitraum: Im Durchschnitt steigerten die nicht-börsennotierten Unternehmen ihren Umsatz im Jahr 2008 um 9,3 Prozent, die Dax30-Konzerne hatten hingegen 4,4 Prozent Zuwachs aufzubieten.

Die Unternehmen im Euro-Stoxx hingegen brachten es auf 7,5 Prozent Umsatzwachstum. Achenbach vergleicht: „Dieses hohe durchschnittliche Wachstum der Top 50 ist vor allem auch deshalb besonders spannend, weil die Hälfte der deutschen Unternehmen aus dem Einzel- und Großhandel kommen. Dieses Marktumfeld ist schwierig, sehr wettbewerbsintensiv und mit hohem Margendruck. Starkes Wachstum ist dadurch deutlich schwieriger als in anderen Branchen.“

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