Rasante Entwicklung
Slowenien: Taktierender Musterknabe

Rund um Sloweniens Hauptstadt Ljubljana brummt die Wirtschaft. Damit der Aufschwung auch den ärmeren Osten erreicht, fließen nach einem politischen Schachzug der slowenischen Regierung weiterhin EU-Mittel ins Land. Das sind gute Gründe, sich für ein Engagement in dem Land zu entscheiden.

LJUBLJANA. Hohes Wirtschaftswachstum, moderne Infrastruktur, wenig Schulden – Slowenien ist ein EU-Musterschüler. Die kleine Alpenrepublik hat 2005 Portugal beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf überholt. Brüssel rechnet damit, dass das Land 2008 an Griechenland und der Republik Zypern vorbeizieht.

Noch hinken in Slowenien einige Gebiete dieser rasanten Entwicklung hinterher. So liegt die Bruttowertschöpfung in und um die Hauptstadt über der aller fünf östlichen Regionen zusammen. Auch die Löhne sind dort im Durchschnitt um ein Drittel höher als etwa im Landesteil Pomurska, der an Ungarn und Kroatien grenzt.

Dies könnte sich schon bald ändern. Igor Strmsnik von der Regierungsstelle für lokale Selbstverwaltung und Regionalpolitik rechnet damit, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung entlang der neuen Autobahn und Bahntrasse von Ljubljana Richtung Osten vorschiebt. Anstelle der Hauptstadt bevorzugen bereits einige Investoren günstigere Standorte an den Strecken zur Adria, nach Zagreb oder zur Stadt Celje.

Die Regierung unterstützt diese Entwicklung. So fördert das Land zum Beispiel Celje als Standort für Werkzeugbau und investiert in neue Ausbildungszentren. Im noch weiter östlich gelegenen Maribor sollen Leichtmetallindustrie und Logistik gestärkt werden; im einst von der Textilindustrie geprägten Pomurska sieht Strmsnik Chancen durch die Erdwärmenutzung.

Zusätzlich sollen diese Gebiete kräftige Finanzspritzen aus Brüssel erhalten. Bei den EU-Beitrittsverhandlungen hatte Slowenien zunächst keine Sonderregeln für einzelne Regionen ausgehandelt. Das war auch nicht nötig, weil das ganze Land die Förderkriterien erfüllte. Seit 2005 ist Slowenien aber so wirtschaftsstark, dass es zeitweise um die EU-Millionen fürchten musste.

Ein geschickter politischer Schachzug bewahrt nun die Zuwendungen: Von 2008 an werden die drei reichsten Verwaltungseinheiten im Westen Sloweniens zu einer Region zusammengefasst. Dadurch erfüllen die verbleibenden neun Gebiete die Standards für den EU-Strukturfonds. Die Millionenhilfen aus Brüssel bleiben – gute Gründe, sich für ein Engagement gerade dort zu entscheiden.

Links:

» Ministerium für Wirtschaft

»  Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer

»  Wirtschaftsinformationen über Slowenien

»  Kontakte für die deutsche Wirtschaft (zusammengestellt von der Deutschen Botschaft)

»  Deutsche Botschaft

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