Rasches Vorgehen angestrebt
US-Behörden kämpfen um pünktlichen Start von Basel II

Die US-Behörden bemühen sich um eine zügige Umsetzung der neuen internationalen Eigenkapitalregeln für Banken (Basel II). Das zuständige Vorstandsmitglied der US-Notenbank, Susan Schmidt-Bies, kündigte vor dem US-Parlament für den Herbst einen neuen Umsetzungsvorschlag an.

HB/pot/tmo NEW YORK/ FRANK-FURT/M. Der Prozess war in den USA ins Stocken geraten, nachdem Modellrechnungen verwirrende Ergebnisse geliefert hatten. Falls die US-Aufsichtsbehörden bis zum Herbst eine gemeinsame Linie finden, könnte der globale Zeitplan für Basel II bestehen bleiben, nach dem in den Jahren 2007 und 2008 in zwei Stufen die neuen Regeln eingeführt werden. Skeptisch ist vor allem die Einlagensicherung (FDIC). Denn Modellrechnungen haben ergeben, dass die US-Banken nach den neuen Regeln zum Teil erheblich weniger Kapital vorhalten müssen als bisher. Die FDIC fürchtet, dass damit letztlich doch die Gefahr von Ausfällen steigt.

An den Modellrechnungen nahmen 26 große US-Banken teil. Nach den neuen Regeln fiel das effektiv vorgeschriebene Mindestkapital um 17 Prozent, während der mittlere Wert (Median) um 26 Prozent zurückging. Das berichtete Julie Williams, die kommissarische Leiterin der föderalen US-Bankaufsicht (OCC), kürzlich bei einer Anhörung in Washington. Zudem unterschieden die Ergebnisse sich stark von Bank zu Bank, selbst bei Instituten mit einem ähnlichen Geschäftsprofil. Ein Grund für die unerwarteten Resultate könnte aber ein Mangel an zuverlässigen Daten bei den Banken sein, deutete die zuständige Fed-Gouverneurin Schmidt-Bies an.

Amerikanischen Banken droht aber ein Wettbewerbsnachteil, falls andere Länder – wie von einigen europäischen Stimmen gefordert – die Basel-II-Regeln notfalls im Alleingang umsetzen. „Die Implikationen einer Verschiebung in den USA für die Konkurrenzfähigkeit der hiesigen Banken wären so ernst, dass ich nicht daran glaube“, sagte Donald Vangel, Chefberater für Regulierungsfragen beim Wirtschaftsprüfer Ernst & Young und einstiger US-Notenbanker, in New York.

Eigentlich sollen alle Länder mit leistungsfähigen Finanz- und Auf-sichtssystemen ab 2007 Basel II schrittweise anwenden. Im Unterschied zu den alten Regeln (Basel I) verknüpft Basel II die vorgeschriebene Kapitalreserve mit dem erwarteten Ausfallrisiko und fördert so eine risikoorientierte Kapitalunterlegung. Manche Banken müssen unter den neuen Regeln weniger Kapitalreserven vorhalten, was ihr Geschäft profitabler macht. Dabei gibt es mehrere Varianten der Umsetzung.

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