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Rat vom Nutzer: Marktforschung im Web 2.0

Unternehmen sollten viel mehr hinhören, was die Masse sagt. Ihre Produkte werden dadurch womöglich besser und kundenfreundlicher. Denn Sozialen Online-Netzwerke, in denen sich die Menschen ungehindert und frei austauschen können, sind kleine Minilabore - nicht nur für Forschung und Entwicklung, auch für Marketing und Vertrieb.

Mann mit Netbook: Besonders junge Menschen sind bereit, ihre Ideen und Erfahrungen zu Produkten und Services öffentlich zu machen. Quelle: ap
Mann mit Netbook: Besonders junge Menschen sind bereit, ihre Ideen und Erfahrungen zu Produkten und Services öffentlich zu machen. Quelle: ap

Beiersdorf lässt über Facebook einen Labello-Stift designen, Bombardier nutzt Online-Netzwerke, um komfortablere Züge zu bauen - und die Obstsaft-Kelterei Walther aus Arnsdorf will über Twitter die eigene Werbung verbessern, indem sie die Follower befragt, ob sie Werbung auf Fahrgastinformationsbildschirmen in regionalen Bussen und Bahnen wahrnehmen.

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Die "Sozialen Online-Netzwerke", in denen sich die Menschen ungehindert und frei austauschen können, sind kleine Minilabore - nicht nur für Forschung und Entwicklung, auch für Marketing und Vertrieb. Allerdings bleiben sie häufig unentdeckt. Bereits 2005 hat Trendforscher Peter Wippermann in seinen Vorträgen darauf hingewiesen, wie intelligent die Masse sein kann, wenn sie sich selbst organisiert. Diese "Schwarmintelligenz" können Unternehmen auch in sensible strategische Fragen einbinden. Und die Masse antwortet - kostenlos, ohne etwas dafür zu verlangen.

Der technische Begriff dafür nennt sich "Crowdsourcing". Damit wird die Arbeits- und Innovationskraft einer zum Teil anonymen Masse von Freizeitarbeitern im Internet aktiviert.

Welche Zielgruppe sich anbietet

Besonders junge Menschen sind bereit, ihre Ideen, Erfahrungen und Meinungen zu Produkten, Marken und Services öffentlich zu machen, wie eine repräsentative Umfrage des Verbandes Bitkom dokumentiert. Das Interesse nimmt ab, je älter die User werden.

Die Aktivitäten, Ziele und Erwartungen der Unternehmen an die "Freizeitarbeiter" sind jedoch sehr verschieden: Tchibo etwa hat das Potenzial von Social Media frühzeitig erkannt und vor gut zwei Jahren die Ideenplattform www.tchibo-ideas.de gestartet, auf der Konsumenten Ideen zur Lösung von Alltagsproblemen einstellen und mit anderen Community-Mitgliedern weiterentwickeln können.

  • 29.11.2010, 08:22 UhrAnonymer Benutzer: Jens Bender

    Neben dem Einsatz von Social Media Monitoring instrumenten in Kombination mit offenen sozialen Netzwerken zur Endkonsumentenbefragung/ -analyse wie in dem Symrise-beispiel können eigene Marktforschungs- und innovations-Communities (wie tchiboideas) neben dem b2C-Ansatz auch für interaktive Feedback-Prozesse zwischen b2b-Unternehmen und ihren Kunden (z.b. Automobilhersteller/ Maschinenbauer und die Händler) zum Einsatz kommen. Sowohl im b2C- als auch im b2b-bereich haben wir (www.intraworlds.de) als führender Anbieter von Community Software in unseren Kundenprojekten die Erfahrung gemacht, dass informationen gerne gegeben werden und spannende Resultate erzielt werden. Der b2b-Ansatz basiert dann aber zumeist nicht auf einer großen Crowd Sourcing Community sondern auf einem kleineren, exklusiveren Netzwerk bei dem neben innovationsaspekten auch andere interaktionen ermöglicht werden.

  • 27.11.2010, 19:07 UhrAnonymer Benutzer: Yannig

    Hochinteressantes Thema, über dass ich gerade meine Masterarbeit schreibe. Es wird sicherlich ein neuer Zweig der Marktforschung entstehen, in dem sich diese kreativen und technologiebegeisterten Konsumenten transparent ausdrücken, und somit Marken wertvolle informationen geben. Danke für die tollen beispiele

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