
DüsseldorfKeine Lust mehr auf den Chef? Eine gute Geschäftsidee? Wer sich selbstständig machen will, steht vor vielen Hürden, hat aber eben auch viel zu gewinnen. Einen nützlichen Leitfaden bietet Simone Janson mit ihrem Buch „10 Schritte zur Erfolgreichen Existenzgründung“. Sie ist Expertin für die Themen Arbeitswelt und Existenzgründung. Handelsblatt Online stellt Ihnen die wesentlichen Tipps kurz vor:
Schritt 1: Ideenfindung im Netzwerk
Am Anfang geht es um das Entwickeln einer Geschäftsidee. Diese entstehen selten im luftleeren Raum, sondern in der Regel durch Input von außen. Doch der gute Kern macht noch keine Frucht: Der Gründer sollte von Beginn nicht nur eine Idee haben, sondern auch Perspektiven zum Beispiel für die Vermarktung.
Schritt 2: Strategie und Businessplan
Nun kümmern Sie sich darum, Ihre Idee bzw. Ihr Strategie in einen konkreten Businessplan entsprechend zu formulieren.
Einer der häufigsten Fehler ist, dass der Gründer zu sehr von sich ausgeht und im Eifer Kunden und Geldgeber aus den Augen verliert. Daher immer wieder die Perspektive wechseln und den Businessplan aus der Sicht der Kunden bzw. Investoren machen.
Ein Businessplan sollte nicht nur formalen Ansprüchen genügen, sondern auch eine Reihe von inhaltlichen Punkten abdecken. Dazu gehören ein ordentlich ausgefülltes Deckblatt, die Darstellung der eigenen Person, das Konzept, der Kapitalbedarfsplan, der Finanzierungsplan, eine Ertragsvorschau, der Liquiditätsplan und die Anlagen.
Sehr wichtig ist es, in einem Businessplan die eigene Motivation glaubwürdig zu formulieren. Ehrlichkeit siegt zwar, aber geizen Sie nicht mit Eigenlob. Machen Sie klar, dass Sie und Ihr Unternehmen eine Perspektive haben!
Handeln Sie die folgenden Punkte exakt durch: Geschäftsidee (Vergleich mit etablierten Unternehmen, Hintergrundinformationen beifügen), Darstellung Markt und Branche inklusive Zukunftsbetrachtung (Recherche lohnt sich!) und Vertriebs- sowie Marketingstrategie (nicht nur Werbung, sondern Image-Bildung).
Ihr Konzept steht – nun geht es darum, wie viel Kapital Sie für die Umsetzung brauchen. Listen Sie alle Posten auf, die bei der Gründung Geld kosten werden. Vergessen Sie nicht, dass Sie und Ihre Familie auch von etwas leben müssen. Simone Janson bietet in ihrem Buch eine hilfreiche Übersicht.
Die Finanzierung des Unternehmens ist das eine, doch die dauerhafte Liquidität das andere. Sie müssen gewährleisten, dass Ihre Firma stets flüssig ist. Das Schreiben einer Rechnung bedeutet noch nicht, dass sie auch bezahlt wird. Für das erste Jahr sollten sie den Liquiditätsplan am besten monatlich erstellen.
Schließlich sollten Sie eine Übersicht darüber gewinnen, ob ihr Unternehmen dauerhaft tragbar ist. Das gefällt auch potenziellen Geldgebern. Eine Rentabilitätsvorschau, auch Ertragsvorschau genannt, ist Zentral für den Erfolg Ihrer Existenzgründung.
Ein Businessplan hilft Ihnen als Orientierung. Aber eine Planung bedeutet nicht, ein für allemal darauf festgelegt zu sein. Es ist völlig normal, anfängliche Ideen zu verändern.
Schritt 3: Finanzierung
Im dritten Schritt kümmern Sie sich um die Finanzierung Ihrer Idee. Und selbst wenn sie keinerlei Investoren benötigen: Eine Existenzgründung verursacht immer Kosten – im Zweifel für die eigene Lebenshaltung.
Seitens des Bundes, der Länder und der EU werden Existenzgründern zahlreiche Fördermöglichkeiten geboten. Dabei gehören die Kreditprogramme der KfW Mittelstandsbanken zu den wichtigsten. Dazu zählen das KfW-Startgeld, das Unternehmerkapital sowie der Unternehmerkredit.
In der Regel sind Banken der erste Ansprechpartner, wenn es um das Startkapital geht. Im Gegensatz zu staatlichen Förderprogrammen handelt es sich aber um Fremdkapital, dass Sie mit Zinsen zurückzahlen müssen. Üblicherweise müssen Sie ein Geschäftsfoto eröffnen müssen, das teurer ist. Gesetzlich ist aber nichts vorgeschrieben. Bitten Sie also Ihre Bank, ob ein gewöhnliches Girokonto reicht.
Wenn Sie investieren wollen, aber kein Eigenkapital besitzen und kein Fremdkapital aufnehmen wollen, können sie das Investitionsgut leasen. Das geht entweder beim Hersteller des Gutes selbst oder über ein Finanzinstitut. Leasingverträge haben große Ähnlichkeit mit Mietverträgen. Ihr größter Vorteil ist, dass Sie die Summe nicht auf einmal berappen müssen. Das Risiko besteht in der Insolvenz Ihres Unternehmens, dann nämlich können Sie das Gut nicht einfach verkaufen.
Venture-Capital-Gesellschaften vergeben Kapital, ohne Sicherheiten zu verlangen. Im Gegenzug erwerben sie aber Beteiligungen an Ihrem Unternehmen und erwarten erhebliche Wertsteigerungen. Dafür vermitteln Venture-Capital-Gesellschaften aber auch wichtige Kontakte.
Wer lieber auf private Investoren setzt, sollte sie in seinem nahen Umfeld suchen. Günstiger als ein Bankkredit ist das allemal, allerdings handelt es sich hierbei eher um kleinere Summen. Achtung bei Geldgebern aus der Familie: Hier schaut das Finanzamt in der Regel ganz genau hin.
Schritt 4: Die optimale Rechtsform
Jetzt ist es an der Zeit, die Rechtsform Ihres Unternehmens festzulegen. Das hat erhebliche Auswirkungen auf die Struktur Ihres Unternehmens.
Personengesellschaften
Der Vorteil von Personengesellschaften gegenüber Kapitelgesellschaften ist ein deutlich geringerer Aufwand für Gründung, Buchhaltung und Steuern. Ihr Nachteil besteht in dem persönlichen Haftungsrisiko. Es folgen die verschiedenen Formen der Personengesellschaften:
Egal ob Freiberufler oder Unternehmer: Wenn Sie Ihr Unternehmen alleine leiten, sind sie „Einzelunternehmer“. Eine Rechtsform, die sich zum Einstieg sehr gut eignet. Ein Vorteil ist die leichte Besteuerung, da Sie keine komplette Bilanz abgeben müssen, sofern Sie nicht als Kaufleute im Handelsregister stehen.
Wenn Sie freiberuflich und gewerblich tätig sind, sollten Sie die Bereiche strikt trennen. Sonst gelten alle Einkünfte als gewerblich. Sofern keine Ehevertrag geschlossen wurde, wonach die Beteiligten den Güterstand der Gütergemeinschaft gewählt haben, haftet der Ehepartner grundsätzlich nicht für Ihre Verbindlichkeiten.
Wenn sie mit anderen zusammen ein Unternehmen gründen, bietet sich die GbR an. Jede Geschäftspartnerschaft kann diese Rechtsform annehmen. Besondere Formalitäten und Mindestkapital sind nicht notwendig. Allerdings sollten Sie einen schriftlichen Vertrag abschließen.
Sofern es nicht anders geregelt ist, müssen alle Geschäftsführer der GbR wichtigen Entscheidungen zustimmen, was die Unternehmensführung stark beeinträchtigen kann. Zudem haften alle. Wenn also ein GbR-Gesellschafter einen Fehler macht, sitzen alle mit im Boot. Umso wichtiger ist ein korrekter Gesellschaftervertrag.
Die OHG ist die Fortentwicklung der GbR. Der Eintrag ins Handelsregister ist Pflicht, was zur Bilanzierung verpflichtet. Dafür darf sich die OHG ihren Namen selbst aussuchen. Später kann eine OHG leicht in eine GmbH umgewandelt werden. Durch die Aufnahme von Kommandisten (reine Geldgeber) wird die OHG zur Kommanditgesellschaft.
Als Alternative zur GbR wurde für Freiberufler die voll geschäftsfähige Partnerschaft geschaffen. Ihre Mitglieder können die persönliche Haftung im Gesellschaftervertrag beschränken. Gegründet wird eine Partnerschaft per Vertrag. Zulässig ist sie allerdings nicht für jeden Beruf. Ihr großer Vorteil ist, dass jeder Partner nur für sich haftet.
Kapitalgesellschaften
Wer steuerbegünstigt Spenden einsammeln will, wer das große Rad drehen will, wer seine Haftung begrenzen will und wessen Umsatz schlichtweg eine gewisse Höhe überschreitet – der sollte die Gründung einer Kapitalgesellschaft erwägen.
Kapitalgesellschaften wie die GmbH haben den Vorteil, dass die Gesellschafter nur begrenzt haften. Daher genießen sie einen hervorragenden Ruf. Jeder kann sie gründen. Zunächst muss ein Gesellschaftsvertrag beim Notar beurkundet werden. Dann muss ein Geschäftsführer bestellt, anschließend die Stammeinlage eingezahlt werden.
Die Gründung einer GmbH ist aufwendiger und wegen der Einlagen und Kosten auch teurer als die Gründung anderer Gesellschaftsformen. So braucht es ein Stammkapital von 25.000 Euro.
Bei Vertragsnichterfüllung haften Geschäftsführer oder Gesellschafter nur dann, wenn sie etwa durch eine Bürgschaft Mithaftung übernommen haben. Auch bei der Euro-Produkt-Haftung steht nur die GmbH in der Pflicht, nicht der Geschäftsführer. Der trägt allerdings bei strafrechtlichen Problemen die Risiken, die GmbH schützt ihn davor nicht.
Seit 2007 muss eine GmbH ihre Jahreszahlen online abrufbar im zentralen Unternehmensregister publizieren. Die großen GmbHs müssen alle Angaben offenlegen, die mittleren und kleineren nur eine Kurzform ihrer Bilanz.
Aus steuerlicher Sicht ist die GmbH äußerst interessant, denn anders als Personengesellschaften zahlt sie nur 15 Prozent Körperschaftssteuer. Als Einkommen werden die Gewinne versteuert, die der Gesellschafter erhält. Zudem wird das Gehalt des Geschäftsführers steuermindernd vom Gewinn abgezogen.
Eine AG zu gründen ist auch für kleine Betriebe zwar möglich, lohnt sich aufgrund des hohen Aufwandes in der Regel aber nicht. Dafür braucht es eine Satzung, Aufsichtsrat und Vorstand, alles notariell beglaubigt. Nun ist ein Grundkapital von 50.000 Euro erforderlich.
Die Private Limited by Shares ist eine Kapitalgesellschaft auf Aktienbasis. Sie kommt aber ohne Mindesteinsatz aus und bietet ihren Gesellschaftern einen Haftungsschutz wie die deutsche GmbH. Daher ist die Limited hierzulande zuletzt sehr populär geworden. Allerdings hat die Limited gerade in Deutschland einen eher schlechten Ruf, eben weil die Haftung anders als bei einer GmbH nicht abgedeckt ist. Für den internationalen Markt ist die Limited aber durchaus geeignet.
Schritt 5: Die Gewerbeanmeldung
Freiberufler können dieses Kapitel theoretisch überspringen – zumindest sofern sie die exakte Abgrenzung zum Gewerbe kennen.
Normalerweise müssen Existenzgründer nun ihr Gewerbe in der Stadtverwaltung anmelden. Es gibt allerdings auch Ausnahmen, wo dies nicht notwendig ist: Zu den Vorraussetzungen gehört, dass die Tätigkeit nicht „sozial unwert“ ist, wie zum Beispiel Hellseherei. Zudem muss die Tätigkeit auf Gewinnerzielung ausgerichtet und auf Dauer angelegt sein. Sie üben das Geschäft in eigenem Namen und auf eigene Rechnung aus.
Ihre Anmeldung kann persönlich oder schriftlich erfolgen und kostet 15 bis 30 Euro. Die Gewerbeanmeldung (GewA1) liegt in jeder Gemeinde aus. Achten Sie je nach Beruf darauf, welche zusätzlichen Unterlagen Sie einreichen müssen. Dies ist im Internet nachzulesen.
Gute erste Hinweise für angehende Selbständige, die mit Sicherheit einen guten Überblick verschaffen, aber dennoch keine individuelle Beratung durch Unternehmensberater ( http://www.brands-consulting.eu ) ersetzen können.
Es gibt jetzt ein neues Internetportal für Selbstständige: www.die-tagelöhner.de (xn--die-tagelhner-qmb.de)
Damit man nebenberuflich einfacher Geld verdienen kann.
mfg
Zum Thema Existenzgründung gibt es viele Bücher, was den meisten aber fehlt sind branchenspezifische Infos - sprich eine genau Anleitung für den oder die Geschäftsidee und wie ich es dann mache. Ich habe im Internet einen Verlag gefunden, der sich auf sowas spezialisiert hat. Bis jetzt gibt es Praxisleitfäden für Fusspflege, Nagelstudio, Buchhaltungsservice, Übersetzer, Ernährungsberater und Yogalehrer. Weitere sollen folgen... Adresse: http://www.gruenderplan24.de
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