Rating-Agenturen honorieren Rückbesinnung auf regionale Stärke
BayernLB erntet Früchte einer harten Sanierung

Mit der Heraufstufung durch die Ratingsagentur Standard & Poor's (S&P) erhält die Bayerische Landesbank ein gutes Zwischenzeugnis für die harte Sanierungsarbeit. Die zweitgrößte Landesbank in Deutschland gehört jetzt zu den besten Landesbanken der Republik.

FRANKFURT/M. Ende Juni erhielt Werner Schmidt, der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Landesbank (BayernLB), angenehme Post. Wenige Wochen vor dem Wegfall der staatlichen Ausfallgarantien für die öffentlich-rechtlichen Kreditinstitute am 19. Juli 2005 teilte die Ratingsagentur Standard & Poor's (S&P) mit, sie habe die Bonitätsnote für die weiß-blaue Landesbank auf „A“ angehoben – von zuvor „A-“. Schmidt wird es mit Genugtuung zur Kenntnis genommen haben, dass sein Institut jetzt zu den besten Landesbanken der Republik zählt. Nur die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) liegt noch einen Schritt vor ihm.

Die Heraufstufung durch S&P ist ein gutes Zwischenzeugnis für die harte Sanierungsarbeit bei der zweitgrößten Landesbank in Deutschland. Personalabbau, Kostensenkungen und Konzentration auf die Kerngeschäftsfelder bestimmten die Agenda der vergangenen Jahre, nicht zuletzt die Sanierung des übergroßen Kreditbuchs beanspruchte alle Kräfte der Bank. Die Mitarbeiter haben für die Gesundung der BayernLB einen hohen Preis bezahlt: Rund 1000 Stellen fielen seit 2002 in der Kernbank – ohne LBS und Förderaktivitäten – weg. Im Inland wurden außerhalb der Landeshauptstadt bis auf Nürnberg alle Niederlassungen geschlossen. Die Risikoaktiva wurden 2003 und 2004 um gut 21 Mrd. Euro reduziert.

Die Analysten der Hypo-Vereinsbank (HVB) beschreiben das „Fitness-Programm“ der BayernLB wie folgt: Seit 2002 habe die Bank ihre Auslandsaktivitäten reduziert und sich einer mehr regionalen Strategie im Verbund mit den 79 Sparkassen verschrieben. Zwecks Kostensenkungen ging die BayernLB zudem mit der benachbarten Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) mehrere Gemeinschaftsprojekte an, unter anderem in der Informationstechnik und der Wertpapierabwicklung. Der Erfolg der Bayern schlägt sich auch in den nackten Zahlen nieder. Im Geschäftsjahr 2004 erreichte die BayernLB hinter der LBBW und der HSH Nordbank nach der Analyse der HVB das höchste Nettoergebnis, bei der Kosten-Ertrags-Relation lag das 1972 aus der Fusion von Landesbodenkreditanstalt und Bayerischer Gemeindebank hervorgegangene Institut hinter der HSH Nordbank und der SachsenLB ebenfalls an dritter Stelle.

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