Raumfahrtkonzern OHB gründet Tochter für Risikokapital

Die private Raumfahrt boomt. Auch der deutsche Raumfahrtkonzern OHB baut aus: Eine neugegründete Tochterfirma soll in Unternehmen investieren, die sich mit entsprechender Technik und Dienstleistungen beschäftigen.
OHB baut vor allem die Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo. Quelle: AFP
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OHB baut vor allem die Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo.

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BremenDer Bremer Raumfahrtkonzern OHB hat eine neue Tochterfirma gegründet. Die Risikokapitalfirma OHB Venture Capital GmbH hat ihren Sitz am neuen OHB-Standort in Weßling bei München. Die neue OHB-Tochter soll insbesondere in die Frühphase von Unternehmen investieren, die in den Bereichen Technik und Dienstleistungen mit starkem Bezug zur Raumfahrt aktiv sind.

OHB-Chef Marco Fuchs sagt über die neue Gesellschaft: „Das Geschäft der Raumfahrt und dessen Finanzierung ändert sich gerade heute sehr stark. New Space ist in aller Munde, und OHB möchte hierbei eine wichtige Rolle spielen und vielversprechende Ideen von Beginn an fördern und begleiten.“ New Space ist eine Synonym für die vorwiegend private Raumfahrtindustrie, die nach Wegen sucht, Raumfahrttechnik deutlich billiger herzustellen als bisher.

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Tesla-Gründer Elon Musk ist bekennender Raumfahrt-Enthusiast. Sein 2002 gegründetes Unternehmen SpaceX gehört heute zu den wichtigsten Partnern der Nasa.

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Mit dem unbemannten Raumtransporter Dragon versorgt SpaceX im Auftrag der Nasa die Raumstation ISS mit Vorräten. Die Dragon-Kapsel ist aber auch mit Blick auf einen möglichen bemannten Einsatz konzipiert worden.

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Die Dragon V2 - hier eine Computer-Illustration - soll bis zu sieben Astronauten gleichzeitig ins All befördern können.

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Bei der Rückkehr zur Erde soll die Dragon-Kapsel in aufrechter Position landen können.

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Bild: Boeing

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Das CST-100 (die Buchstaben stehen für Crew Space Transportation) soll ebenfalls bis zu sieben Raumfahrer ins All befördern.

Investitionen in neue Entwicklungen, die bisher von den OHB-Gesellschaften direkt getätigt worden sind, sollen künftig in der Tochter OHB Venture Capital gebündelt werden. „Natürlich fokussieren wir uns dabei auf Bereiche, die für den Konzern von besonderem Nutzen sind“, sagt Jochen Harms, Geschäftsführer der neuen Tochterfirma. Sie will bevorzugt in solche Unternehmen investieren, die später in den OHB-Konzern eingegliedert werden können. OHB strebt hierbei eine Mehrheitsbeteiligung an und möchte auch andere Risikokapitalgeber sowie Investoren, die für die Beteiligungen einen Mehrwert bringen, mit an Bord nehmen.

Das börsennotierte Familienunternehmen OHB baut vor allem die Satelliten für das europäische Navigationssystem Galileo. Insgesamt 22 von 30 solcher Satelliten haben die europäische Raumfahrtagentur Esa und die EU-Kommission bei den Bremern bestellt. Das zivile europäische Navigationssystem Galileo soll Europa im Jahr 2020 unabhängig vom amerikanischen GPS machen.

Obendrein baut OHB auch Beobachtungssatelliten für die Bundeswehr sowie Wetterstationen. In Bremen und an weiteren Standorten in Deutschland und Europa machte die OHB mit 2054 Mitarbeitern im Jahr 2014 einen Umsatz von 728 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 25,71 Millionen Euro.

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